Generationenwechsel im Kellertheater Bremgarten: Die Vorstandsmitglieder Fridolin Kurmann, seit 12 Jahren Präsident des Theatervereins, Heidi Ehrensperger und Myrtha Bonderer übergeben den Stab neuen Kräften.

Der Historiker Fridolin Kurmann wirkte in den vergangenen 23 Jahren prägend im Vorstand mit und wird noch bis zum Ende der laufenden Saison 2013/14 als Präsident im Amt bleiben. Sein Nachfolger, der Lehrer Simon Landwehr, trotz seines jugendlichen Alters schon ein routinierter Theaterfachmann, steht in den Startlöchern.

Heidi Ehrensperger trat an der Generalversammlung aus beruflichen Gründen zurück, Myrtha Bonderer, weil sie von Bremgarten nach Bern zieht, wo sie ein Studium angefangen hat.

Ein wertvoller Lebensabschnitt

Die Arbeit im Kellertheater habe einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben eingenommen, bemerkte Kurmann. «Ich widmete ihm viel Zeit, mehr als bloss das, was man üblicherweise als Freizeit bezeichnet.» Es sei aber auch viel zurückgekommen. Er sei dem Kellertheater dankbar für alles, was es ihm an Begegnungen, Freundschaften, Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten gegeben habe.

Wenn man so lange wie er eine solche Position innehabe, laufe man Gefahr, den richtigen Zeitpunkt für den Abgang zu verpassen. «Das möchte ich vermeiden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.» Es seien begeisterte und initiative Leute da, die das Kellertheater in eine nächste Zukunft führen könnten, sagte Kurmann.

Seine Mitstreiter dankten ihm mit lange anhaltendem Beifall für seine grosse Arbeit. Im Vorstand rücken Pascal Eichenberger (Bremgarten), Claudia Gabler (Bremgarten) und Anna Michel (Jonen) nach.

In der abgelaufenen Saison liefen 17 Gastspiele in den Sparten Musik, Theater, Kabarett und Literatur über die Bühne des Kellertheaters, dazu zwei Eigeninszenierungen, nämlich das Figurentheater «Drei miese fiese Kerle» und das Stück «Vrenelis Gärtli» frei nach Tim Krohn, das 1332 Besucher sahen – so viele wie schon lange nicht mehr.

Kellertheater zu Gast am Zufikerfest

Ebenfalls brillante Aufführungen erlebte man vom Jugendtheaterclub Infiziert. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogiklehrgang Till der Hochschule der Künste in Zürich entwickelt und wird von dieser Seite auch unterstützt und begleitet. Vorteilhaft waren auch die Kooperationen mit der Stadtbibliothek bei der Erzählnacht 2012, mit der Volkshochschule Bremgarten mit den Einführungen von zwei Gastspielen und mit dem Filmklub Bremgarten.

Vom 18. bis 22. Juni 2014 ist das Kellertheater Bremgarten Gast am Zufiker Fest, wo die Theatertruppe in einem chinesischen Dorf eine Festbeiz führen wird. Der Reingewinn aus dem Festbetrieb soll für die Anschaffung neuer Stühle im Zuschauerraum des Theaters verwendet werden. «Die alten Blechstühle haben langsam ausgedient», bemerkte Kurmann.

Bereits laufen auch die Proben für die nächste Eigeninszenierung, die 2014 steigen wird. Unter der Regie von Simon Ledermann führt das Kellertheater die Ballade von der «Typhoid Mary» nach dem Roman des Schweizer Schriftstellers Jürg Federspiel auf. «Wir haben alle Rollen besetzt – bis auf eine junge Dame, ein Kind im Alter von zwölf oder dreizehn Jahren», sagte das Vorstandsmitglied Martin Indlekofer.

Theater bald 50 Jahre alt

Was die Eigeninszenierung im Jahr 2015 betrifft ist noch Vieles offen. Klar ist einzig, dass dafür wieder Klaus Henner Russius, inzwischen ein Freund des Hauses, als Regisseur verpflichtet werden konnte. Nicht mehr lange dauert es, bis das Kellertheater 2017 seinen 50. Geburtstag feiern kann.

Erste Ideen, wie man das Jubiläum gestalten will, sammelt die Theatertruppe in den nächsten Tagen in einem Brainstorming, bei dem Paul Steinmann mitwirken wird. Er machte sich im Freiamt unsterblich mit seinem Stück «Mit Chrüüz und Fahne» über den Zweiten Villmergerkrieg, das letztes Jahr in Hilfikon fulminant über die Freilichtbühne ging.