Friedhof Muri
Eltern von früh verstorbenen Kindern erhalten eigene Gedenkstätte

Eltern von früh verstorbenen Kindern haben jetzt einen Ort, wo sie besser trauern können. Bei den Kindergräbern auf dem Friedhof Muri wurde eine Gedenkstätte eingeweiht.

Eddy Schambron
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Die beiden Priester Bettina Lukoschus und Georges Schwickerath weihen die neu geschaffene Gedenkstätte für frühverstobene Kinder auf dem Friedhof in Muri feierlich ein. ES

Die beiden Priester Bettina Lukoschus und Georges Schwickerath weihen die neu geschaffene Gedenkstätte für frühverstobene Kinder auf dem Friedhof in Muri feierlich ein. ES

Eddy Schambron

Eltern von früh verstorbenen Kindern haben jetzt einen Ort, wo sie besser trauern können. Bei den Kindergräbern auf dem Friedhof Muri hat die Friedhofkommission zusammen mit den Priestern Bettina Lukoschus von der reformierten und Georges Schwickerath von der katholischen Kirchgemeinde eine Gedenkstätte eingeweiht.

«Nichts kann uns trösten ausser die Liebe», steht auf dem Gedenkstein geschrieben. Die Gemeinderäte Buttwil, Geltwil und Muri sowie die katholische und reformierte Kirchgemeinde hätten schon seit geraumer Zeit den Gedanken gehegt, den Bereich der Kindergräber auf den Friedhof Muri ansprechend aufzuwerten, stellte Gemeinderat Heinz Nater, Präsident der Friedhofkommission, fest.

Die Gedenkstätte geht auch auf die Initiative von Pastoralassistent und Spitalseelsorger Andres Lienhard zurück, wie Nater weiter ausführte. Bei einer Ausschreibung einer solchen Gedenkstätte überzeugte der Vorschlag des jungen Landschaftsarchitekten Roman Kägi aus Muri sowohl die Friedhofkommission als auch die Projektleiterin Cynthia Heule. Er habe die Vorstellungen am besten umgesetzt. Nachdem die Budgetgenehmigung der drei Gemeinden vorlag, wurde die Gedenkstätte realisiert. Seit Ende März sind die Arbeiten abgeschlossen. Der Steinmetz Christian Majoleth, Boswil, hat im Auftrag der beiden Kirche eine für diesen Ort ansprechende Skulptur und Beschriftung angefertigt. Die Skulptur wurde mit Kollekten gesponsert. «Das Ergebnis ist wirklich sehr schön, wir sind stolz auf diese Gedenkstätte», betonte Nater.

Hilfreich in der Trauer

Glücklich zeigt sich auch Pfarreiseelsorger Andres Lienhard, heute Gemeindeleiter in Dietwil und Oberrüti. Als Spitalseelsorger von 2001 bis 2011 begegnete er Müttern und Vätern, die ihr Kind kurz vor oder nach der Geburt verloren hatten und erlebte ihren Schmerz und ihre Fragen. «Viele Male segnete ich in Gegenwart der Eltern das früh verstorbene Kind, was sehr bewegende Momente waren. Ich ermunterte die Eltern, ihrem Kind auch in Zukunft einen Platz in ihrem Leben zu geben.» In solchen Momenten sei klar gewesen, dass eine Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder für einen gemeinsamen inneren Weg sehr hilfreich wäre – auch im oberen Freiamt. Mit diesem Anliegen fand Lienhard offene Ohren nicht nur bei der Pflegedienstleiterin und beim Personal des Spitals, sondern auch bei der Friedhofkommission. Lienhard hofft nun, «dass dieser konkrete Ort allen betroffenen Menschen hilft zu spüren, dass ihr Kind wertvoll war, ist und bleiben wird und dass es in der Liebe keine Grenzen gibt.»

Es sei ein besonderer Moment, eine solche Gedenkstätte einzuweihen, führte Pfarrer Georges Schwickerath an der von Jonas Gross, Merenschwand, musikalisch umrahmten Einweihung aus. Sie soll ein Ort sein, wo Menschen mit ihrer Trauer und ihrer Hoffnung einen neuen Weg in die Zukunft und unter dem Schutz und Segen Gottes finden können. Eltern früh verstorbener Kinder erlebten, wie eben erst begonnenes Leben plötzlich ein Ende findet. «So vieles, was erhofft war und Vorfreude bereitete, wird nicht sein und bleibt ihnen verwehrt», sagte Pfarrerin Bettina Lukoschus. «Was bleibt, ist die Liebe, der Glaube und die Hoffnung.»