«Die ibw hat im Verlauf der Jahre eine rechte Reise zurückgelegt», erklärt HR-Leiterin Helen Stierli schmunzelnd. Sie ist seit 40 Jahren beim Betrieb und wird von Kollegen liebevoll «das Archiv der ibw» genannt.

Ein Spitzname, dem sie allemal gerecht wird: Sie weiss über jeden Standort der Firma Bescheid. Trotzdem freut es sie, dass die Industriellen Betriebe Wohlen den Weg zurück zu ihrer «Geburtsstätte», dem «Rote Huus», gefunden haben. Bereits seit 25 Jahren gibt es nun das Elektrofachgeschäft der ibw, so wie man es heute kennt.

Das markante Haus an der Bremgarterstrasse 1 hat eine lange Geschichte: «Das Elektrizitätswerk gibt es hier schon seit 1894. Bereits damals wurden Glühlampen oder Kabel verkauft, jedoch ohne Laden, sondern direkt aus dem Lager der Monteure, das sich damals im Keller befand», so Stierli. Ein Lädeli gab es aufgrund steigender Nachfrage ab den 50er-Jahren. Der Verkauf erfolgte auch hier noch ab Magazin.

Mit der Zeit wurde jedoch der Platz im Gebäude knapp, weiss Stierli: «Der damalige Direktor wollte unbedingt ein Sitzungszimmer. Bis dahin gab es keines. Die Sitzungen wurden immer im ‹Rössli› abgehalten. Eine komische Vorstellung.» Aus diesem Grund wurde in den 60er-Jahren das Nachbargebäude, das Geissmannhaus, erworben. «Das war das erste eigentliche Ladengeschäft», so Stierli.

Zehn Jahre später kaufte die ibw eine weitere Liegenschaft, doch auch hier wurde es bereits nach kurzer Zeit zu eng. Die Lager und Büroräume wurden darauf weitgehend an die Steingasse verlegt. Das rote Haus und das Geissmannhaus wurden in der Folge kaum mehr benutzt. «Von 1986 bis 1991 diente das Gebäude wegen Nichtnutzug sogar als Unterkunft für Asylsuchende», erzählt der Energie-Generalleiter Domenic Philipp.

Zurück zur «Geburtsstätte»

Weil das rote Haus aber die «Geburtsstätte» der ibw ist, wollte die Firma das hübsche Gebäude wieder für eigene Zwecke nutzen. Zehn Monate dauerte der Umbau. Am 22. Januar 1993 konnte der neue ibw-Laden in Betrieb genommen werden. Im Obergeschoss entstanden zudem Demonstrationsräume, Büros und eine Bibliothek. Das Haus wieder zu betreiben, lag dem Unternehmen sehr am Herzen.

Heute gehört das ibw-Elektrofachgeschäft zu Wohlen, wie der Wolframfaden zur Glühbirne. «Der Laden hat Tradition, und anders, als bei anderen kleinen Geschäften in Wohlen, kann der Kunde heute eine Waschmaschine anschauen und morgen zurückkommen, ohne bangen zu müssen, aus dem Laden könnte unterdessen ein Coiffeursalon geworden sein», so Philipp.

Die Betriebsleiterin der Verkaufsstelle Wohlen, Ruth Arnold, fügt hinzu: «Wir haben eine treue Stammkundschaft. Dabei sind viele schöne Beziehungen entstanden. Wenn ein älterer Kunde kein Auto zur Verfügung hatte, kam es auch schon vor, dass wir ihm ein Gerät selber nach Hause gebracht haben.» Andere Leute hätten ihr auch schon erzählt, sie sei seit drei Wochen die erste Person, mit der sie sprechen würden.

«Schon alleine deswegen braucht es diesen Laden. Wir nehmen uns Zeit für die Kunden, was bei Grossverteilern niemals in diesem Ausmass möglich wäre.» Auch Philipp findet: «Als Elektrizitätswerk erhalten unsere Kunden eigentlich nur Rechnungen von uns. Der Laden ist sozusagen die Türe zur ibw.» Deswegen soll er auch in Zukunft bestehen bleiben. Das sei in der neu ausgearbeiteten Strategie deutlich festgehalten.

Bevor man sich aber weiter auf die Zukunft konzentriert, werden die ersten 25 Jahre ausgiebig gefeiert. Das bedeutet: Spezialangebote. Ab Februar gibt es zum Geburtstag verschiedene Aktionen, die mit der Zahl 25 zu tun haben.