Auf der kleinen, gemütlich eingerichteten Tribüne, die eigentlich ein LKW-Anhänger ist, herrscht konzentrierte Ruhe. Leise ist im Hintergrund Musik zu hören, als Begleitung zum Geschehen im Dressurviereck. Dort präsentieren Reiterin und Ross ein harmonisches Programm. Aufmerksam verfolgen die Zuschauer jede Bewegung. Zum Abschluss zeigen die zwei auf dem Platz die Abschiedspose. Die Zuschauer applaudieren zur gelungenen Leistung.

Um die 360 Starts verteilt über 4 Dressurtage

Schon macht sich das nächste Paar auf den Weg zum Platz. Vier Tage lang fanden im Juli die Dressurtage mit Prüfungen in unterschiedlichen Kategorien auf der Fohlenweid in Bremgarten statt, in diesem Jahr vom 11. bis 14. Juli. «Wir organisieren diesen Anlass nun zum 17. Mal», erläutert Susanne Rothenfluh. «In diesen vier Tagen haben wir um die 360 Starts, wobei viele auch mehrere Male antreten.» Sie selbst sei mit drei Pferden vertreten. «Am Donnerstag war ich mit zwei Vierjährigen am Start. Da war ich doch etwas nervös, es ist nicht immer absehbar, wie es laufen wird.» Letztendlich sei sie aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Bei den jungen Pferden werde der Gesamteindruck bewertet und noch nicht so explizit auf die einzelnen Elemente wie die unterschiedlichen Gangarten geschaut. Dies geschehe bei den weiteren Prüfungen, die in Leicht, Mittel und Schwer unterteilt seien. «Organisation und Teilnahme sind natürlich eine Herausforderung», stellt sie fest. Ihre Schwester Martina starte ebenfalls und sei zudem am Samstag als Schiedsrichterin tätig. «Zum Glück übernehmen meine Mutter Alice Rothenfluh und deren SchwesterSusanne Schneller einen grossen Teil der administrativen Aufgaben.»

Schon bald nach der Dressur erfolgt in einer Pause die Preisvergabe gleich gegenüber der gut besuchten, idyllisch gelegenen Beiz. Freudig nehmen die Reiter ihre Preise entgegen und erhalten noch einmal wohlverdienten Applaus. Susanne Schneller dazu: «Ohne Sponsoren würde so eine Veranstaltung nicht funktionieren.»

Am späten Vormittag startet Martina Rothenfluh. Sie nimmt mit dem 5-jährigen Holsteiner Qasimi Quo Vadis an der Jungpferdeprüfung teil. Vorher geht es zum Einreiten in die Halle, die sich neben dem Dressurviereck befindet. «Das ist der Moment, in dem man sich nur noch auf das Pferd konzentriert. Alles Drumherum würde ablenken, auch wenn man viel Routine hat», teilt Susanne Rothenfluh mit. Die kleine Tribüne ist gut besucht, als Martina Rothenfluh und Ross ihr Programm reiten. Nachher sagt sie: «Ich bin sehr zufrieden. Er ist eigentlich ein Springpferd und heute das erste Mal so eine Prüfung geritten.» Stolz schaut sie den jungen Holsteiner an und fügt schmunzelnd hinzu: «Vom Charakter her ist er ja ein Lustiger.»

Dressurreiten sei eher eine Randsportart, das Zuschauerinteresse nicht so wahnsinnig gross. «Während der Dressurtage rechnen wir mit rund 300 Besuchern», berichtet Susanne Rothenfluh. Susanne Schneller fügt hinzu: «Beim Springreiten sind Fehler ja sichtbar. Für Laien ist es bei der Dressur etwas schwieriger.» Doch auch die kleine Gemeinde der Pferdefreunde verbreitet eine angenehme Stimmung, in der sich auch ein Laie schnell wohlfühlt.