Er ist der Dorfbevölkerung bekannt als freundlicher Werkhofmitarbeiter, der im Umgang mit den Leuten stets den richtigen Ton fand und der nun auf eine lange Karriere in verschiedenen Funktionen zurückblicken kann. Sozusagen zum Abschied konnte er vor ein paar Tagen noch das erste Elektrofahrzeug im Fuhrpark des Werkhofs Wohlen in Empfang nehmen, welches das bisherige, in die Jahre gekommene Kleinkommunalfahrzeug, ersetzt.

Die Plätze sauber gehalten

Philipp Brunners Haupttätigkeit bestand in den vergangenen 15 Jahren hauptsächlich darin, die Abfalleimer und Robidog-Kästen auf dem Gemeindegebiet zu leeren und die öffentlichen Plätze und Unterführungen sauber zu halten. Auf die Frage, ob ihm das im wörtlichen Sinn gestunken hat, meinte der bald 62-Jährige im Gespräch mit der AZ: «Zu Beginn dieser Tätigkeit musste ich mich schon daran gewöhnen. Vor allem in der Sommerhitze ist der Gestank beim Leeren der Robidogs intensiv.» Dem Schmutz in den Unterführungen ist er jeweils mit dem Wasserstrahl aus dem Schlauch zu Leibe gerückt.

Er konnte seine Arbeit einteilen und war meist alleine auf der Tour durchs Dorf. Zu seinen Arbeitsgeräten zählten der Besen, die Schaufel, der Picker (Abfallgreifer), diverse Abfallkübel und das Fahrzeug. Das Einsatzgebiet hat er so eingeteilt, dass er an einem Tag beim Bahnhof und der Post für Sauberkeit sorgte. An einem anderen Tag kümmerte er sich um das Dorfzentrum und ging nach Anglikon. Wieder an einem anderen Tag führte ihn die Reinigungstour mehr in Richtung Waltenschwil.

Zu denken gibt Philipp Brunner die Tatsache, dass es immer mehr Abfall gibt, wie er sagte. «Vor allem sehr viel privater Müll wird in den öffentlichen Abfallbehältern entsorgt. Wenn ich gerade jemanden in flagranti dabei ertappte und darauf aufmerksam gemacht habe, kam das in den meisten Fällen gar nicht gut an.» Aber es gab für ihn auch schöne Momente, etwa dann, wenn ihm im Winterhalbjahr Anwohner einen Kaffee zum Aufwärmen brachten und er mit ihnen einen kurzen Schwatz halten konnte.

Überhaupt liebt Philipp Brunner den Umgang mit Menschen. Das hat er schon während seiner anspruchsvollen Tätigkeit als Wohler Eismeister unter Beweis gestellt. Während 24 Jahren hat er auf der Wohler Kunsteisbahn für optimal aufbereitetes Eis, zufriedene Schlittschuhläufer und Eishockeyaner gesorgt. Er hat auch damals sehr viel Herzblut in seinen Job investiert und sich nicht beklagt, wenn ein Arbeitstag auch mal von morgens um halb sieben bis Mitternacht gedauert hat.

Fussballtrainer, Schwimmlehrer

Im Winter Eismeister, im Sommer Badmeister. Diese berufliche Konstellation hat sich für Philipp Brunner in Wohlen tatsächlich ergeben: 12 Jahre war er Badmeister im Schwimmbad Bünzmatt. Während rund sechs Jahren trainierte er die C-Junioren des Fussballclubs Wohlen und daneben leitet er immer noch, zusammen mit seiner Frau Ursula, seine erfolgreiche Schwimmschule.

Der ehemaligen Eismeister, Badmeister und Werkhofmitarbeiter blickt zurück: «Ich habe beruflich viel erlebt und es war sehr abwechslungsreich.»