Widen
Eisbär Paul belagert Aargauer Wohnsitz von Shell-CEO Peter Voser

In Widen sind die Eisbären los: Shell-CEO Peter Voser hielt in den vergangenen Tagen mehrmals unerwarteten Besuch. Eisbär Paul will den Manager dazu bewegen, auf Ölbohrungen in seiner arktischen Heimat zu verzichten.

Christoph Zehnder
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Eisbär Paul besucht Shell-CEO Peter Voser in Widen
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Anstelle des Konzernchefs tauchte die Polizei auf
Beim zweiten Besuch fuhr der Shell-CEO einfach vorbei
Eisbär Paul hinterlässt einen Brief von Greenpeace
Beim dritten Besuch wird Eisbär Paul von Wachleuten empfangen

Eisbär Paul besucht Shell-CEO Peter Voser in Widen

Greenpeace/Flurin Bertschinger

Dreimal postierte sich Eisbär Paul bis jetzt vor dem Widener Wohnsitz von Peter Voser, Chef des internationalen Öl-Multis Shell. Die Aktion ist Teil einer Kampagne der Umweltorganisation Greenpeace zum Schutz der Arktis.

Zu einem persönlichen Treffen ist es bis jetzt aber nicht gekommen. «Eine direkte Interaktion hat es nicht gegeben», bestätigt Greenpeace-Projektleiterin Swati Jangle gegenüber der az. Bei seinem ersten Besuch Mitte Juli wartete der Eisbär mehrere Stunden vor dem Haus von Voser. Offenbar war der Manager aber gar nicht zu Hause. Stattdessen tauchte die Polizei auf.

Briefe hinterlassen

Beim zweiten Besuch vor einer Woche zeigte der Konzernchef Paul die kalte Schulter und fuhr mit seinem Auto einfach an ihm vorbei. Beim dritten Anlauf am vergangenen Montag warteten dann schon Sicherheitsleute auf den Eisbären.

Paul nahm es gelassen und deponierte zum wiederholten Mal einen Brief mit Forderungen der Umweltschützer bei Peter Voser.

Shell hat bis jetzt nicht auf die Aktion in Widen reagiert. «Wir respektieren das Recht auf freie Meinungsäusserung, so lange diese sich im gesetzlichen Rahmen abspielt», hiess es beim Konzern auf Anfrage.

Büro besetzt

Die Eisbären-Aktion ist Teil einer internationalen Greenpeace-Kampagne zum Schutz des arktischen Ökosystems. So legten Aktivisten in England über 70 Tankstellen lahm und in Den Haag, dem Hauptsitz von Royal Dutch Shell, besetzten sie sogar Peter Vosers Büro.

Ob Eisbär Paul erneut versuchen wird, Peter Voser in Widen persönlich zu treffen, ist ungewiss. Swati Jangle von Greenpeace ist zuversichtlich: «Ich bin sicher, Paul wird es weiterhin versuchen».

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