Vielleicht hat das Vorbildcharakter: In Beinwil ist im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen im Herbst ein Komitee mit sieben Personen daran, mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für allenfalls neu zu besetzende Ämter aufzuspüren. «Das Komitee ist parteipolitisch unabhängig und sowohl von den politischen Gesinnungen und vom Alter völlig durchmischt», stellt Gemeindeschreiber Erhard Huwyler fest. Es ist das erste Mal, dass in der Gemeinde ein solches Komitee zum Einsatz kommt.

«Vorher suchten die Vertreter der Ortsparteien mögliche Kandidatinnen und Kandidaten. Nachdem sich diese aufgelöst haben, mussten wir einen neuen Weg suchen.» Dieser Weg konnte nicht sein, dass der Gemeinderat oder gar der Gemeindeschreiber selber auf Kandidatensuche ging.

«Ich kann mir ja schlecht meine Arbeitgeber selber suchen», sagt Huwyler. Das Wahlkomitee ist aus einem Denk- und Strategieteam entstanden, das sich auf Einladung des Gemeinderates mit verschiedenen Zukunftsvisionen der Gemeinde befasste und Vorstellungen zu Themen wie Leben und Wohnen, Mobilität, Umwelt oder Ver- und Entsorgung entwickelt hat. Es arbeitet selbstständig und wird von sich aus tätig, sobald Gesamterneuerungs- oder Ersatzwahlen von kommunalen Behörden- und Kommissionsmitgliedern anstehen. Präsident ist Kilian Barmettler-Huwyler, die weiteren Mitglieder sind Heinz Furrer-Städler, Antonia Küng, Erich Mathis-Müller, Rita Schori-Kaiser, Jan Suter-Ambauen und Josef Villiger-Rothenbühler.

Ab April aktiv

Bis Ende März erwartet der Gemeinderat Beinwil die Bekanntgabe allfälliger Demissionen. «Ab April kann die Wahlkommission mit ihrer Arbeit beginnen.» Dabei wird sie von der Gemeindeverwaltung höchstens administrativ unterstützt. «Die Kommission hat ein eigenes Sekretariat, am liebsten ist uns, sie machen auch die Kopien gleich selber», sagt Huwyler. Für die Arbeit der Kommissionsmitglieder gibt es von der Gemeinde 50 Franken Sitzungsgeld pro Abend. «Früher zahlten wir den Ortsparteien aufgrund ihrer Listenstimmen einen Beitrag für diese Dienstleistung.»

Huwyler und der Gemeinderat sind gespannt, wie sich der eingeschlagene Weg entwickeln wird. «Erfahrungen mit dieser Art Kandidatensuche haben wir bisher nicht, mit den bevorstehenden Gesamterneuerungswahlen steht aber gleich eine grosse Bewährungsprobe bevor.»