Muri

Einweihung des neuen Museums Caspar Wolf mit zusätzlicher Überraschung

Grosse Gästeschar an der Einweihung des Museums Caspar Wolf; in der Mitte Franz Käppeli (sechster von links), der Ehrenbürger von Muri wird.

Grosse Gästeschar an der Einweihung des Museums Caspar Wolf; in der Mitte Franz Käppeli (sechster von links), der Ehrenbürger von Muri wird.

An der Einweihung des Museums Caspar Wolf wurde Franz Käppeli geehrt. Damit würdigt die Gemeinde die grossen Verdienste, die Käppeli in der Gemeinde hat.

Zusätzliche Überraschung und Freude bei der Einweihung des neuen Museums Caspar Wolf: Der gebürtige Murianer, Besitzer des Singisenflügels und Gönner in verschiedenen Bereichen, Franz Käppeli, wird Ehrenbürger von Muri. Das verkündete Gemeindepräsident Hampi Budmiger am Schluss der Veranstaltung. Damit würdigt die Gemeinde die grossen Verdienste, die Käppeli in der Gemeinde hat.

Was heute mit dem neuen Museum Caspar Wolf, dem Museum Kloster und dem privaten Museum für medizinhistorische Bücher von Käppeli zu sehen ist, strahlt weit über die Grenzen der Region hinaus und ist für den Kanton Aargau einzigartig. Das sagte Regierungsrat Alex Hürzeler an der Einweihung des neuen Museums.

Dass das Singisenforum ebenfalls wieder erweckt wurde, entspreche der kantonalen Konzeption im Bereich Kultur und bilde einen Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hürzeler dankte allen Beteiligten, insbesondere der Stiftung Murikultur, für das Engagement. Der Kanton habe gerne einen namhaften finanziellen Beitrag für das neue Angebot zur Verfügung gestellt.

Es gibt 200 Gemälde von Caspar Wolf. Beat Wismer, ehemaliger Direktor Museum Kunstpalast Düsseldorf und des Aargauer Kunsthauses, machte deutlich, dass der Murianer Alpenmaler eine wichtige künstlerische Position in Europa einnimmt. «Er galt schon früher als Begründer der Alpen- und Hochgebirgsmalerei.» Nach seinem Tod geriet er allerdings schnell in Vergessenheit, und dank einem Zufallsfund durch Willi Raeber in Holland wurde seine grosse Kunst wieder entdeckt.

Wismer zählte chronologisch auf, wo und wann Bilder von Wolf zu sehen waren. Heute ist der Künstler in vier sehr guten öffentlichen Sammlungen bestens vertreten. «Mit dem Museum in Muri schliesst sich der Kreis des hier geborenen Caspar Wolf, aber auch derjenige des unermüdlichen Wolf-Forschers Willi Raeber», sagte Wismer. Mit dem Museum sei die Attraktivität Muris nochmals gesteigert worden.

Keine alltägliche Sache

Die Eröffnung eines Museums sei keine alltägliche Sache, machte der Kunsthistoriker und Kurator Peter Fischer deutlich. Zusammen mit Carolin Elmer hat er das Museum gestaltet. Ein Museum für einen einzigen Künstler sei wie ein Denkmal, mit dem Unterschied, dass es immer wieder unterschiedliche Perspektiven und einen offenen Diskurs ermögliche.

Er freute sich auch über das wieder eröffnete Singisenforum. Es zeigt zeitgenössische Kunst von Künstlerinnen und Künstlern vornehmlich aus dem Freiamt und eröffnete ebenfalls am Sonntag mit der Vernissage «Paarlauf – Freiämter Kunststafette»: Während insgesamt fünf Ausstellungsperioden wechseln sich 15 Künstlerinnen und Künstler mit Präsentationen ab.

Die drei Künstler einer Ausstellungsperiode suchen sich jeweils jeder wieder eine neue Partnerin, einen neuen Partner für die nächste Periode. Die «Startläuferinnen» sind Esther Amrein, Baden, geboren in Muri, Pearlie Frisch, Fahrwangen und Christine Lifart, Mergoscia, ebenfalls geboren in Muri. «Es ist Muri hoch anzurechnen, dass hier auch heutige Kunstschaffende viel Aufmerksamkeit finden».

Grosse Dankbarkeit

Für die Stiftung Murikultur war die Einweihung des Museums ein grosser Tag. «Caspar Wolf begleitet die Stiftung seit 40 Jahren», machte Stiftungsratspräsident Robert Häfner deutlich. Aus dem bescheidenen Wolf-Kabinett mit anfänglich nur fünf Staffelbilder konnte die Sammlung im Laufe der Zeit wesentlich ausgeweitet werden.

Die Neueröffnung des Kabinetts 1997 im Gewölbekeller wurde durch die Fondation Emmy Ineichen ermöglicht, die eine Wolf-Gönnerin der ersten Stunde war. Ebenfalls bedankte sich Häfner bei der Josef Müller-Stiftung für die seit vielen Jahren grosszügige Unterstützung und bei zahlreichen Mäzen, Donatoren und Leihgebern. Nicht zuletzt rückte er die Grosszügigkeit der Familie Franz Käppeli ins Licht: «Die Einweihung des Museums im 50. Jahr der Stiftung ist ein grossartiges Geburtstagsgeschenk».

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