Wohlen
Einstige Oberstufenlehrer unterrichten nun an der Primar

Die Schule blickt zurück auf ein turbulentes Jahr. Die Dauer der Oberstufe verkürzte sich wegen des neuen Schulsystems «6/3» von vier auf drei Jahre. Das führte zu personellen Umstrukturierungen. Ein viertel aller Lehrpersonen mussten ihre Posten räumen.

Nora Güdemann
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Der Blick auf das Schulgelände Halde: Die Schule Wohlen musste im letzten Schuljahr grosse Umstrukturierungen vornehmen.

Der Blick auf das Schulgelände Halde: Die Schule Wohlen musste im letzten Schuljahr grosse Umstrukturierungen vornehmen.

Aargauer Zeitung

In Wohlen haben im vergangenen Schuljahr 25 Prozent aller Oberstufenlehrer und -lehrerinnen ihren Posten räumen müssen. Das steht im erst kürzlich veröffentlichten Jahresbericht der Schulen in Wohlen. Schuld daran ist das neue Schulsystem «6/3».

Es legt fest, dass die Schülerinnen und Schüler nun sechs anstatt fünf Jahre die Primarschule besuchen müssen. Die Dauer der Oberstufe verkürzte sich von vier auf drei Jahre. Dadurch braucht die Oberstufe weniger Lehrer, die Primar jedoch einige mehr. Ernesto Hitz, Leiter der Schulverwaltung in Wohlen, spricht daher eher von einer Verschiebung der Lehrerschaft, als von einem Abbau der Arbeitsplätze. «Die betroffenen Oberstufenlehrer haben die Möglichkeit, als Primarlehrer weiterzuarbeiten.» Daher verblieben die meisten Lehrer in Wohlen und nur einige haben sich im Sommer entschlossen, ihre Stelle zu kündigen. Im Jahresbericht wird betont, dass die Kommunikation zwischen Schulleitung und Lehrpersonen stets reibungslos verlief.

Neue Konstellation

Ins neue Schuljahr starteten die Schulen in Wohlen somit in neuer Konstellation. Die Schulleitung freut sich darüber, weiter auf eine gut ausgebildete Lehrerschaft zu zählen. Die Lehrpersonen der Schulen in Wohlen bilden eine gut gemischte Gruppe. Viele junge Lehrer, die erst vor einem oder zwei Jahren ihre Laufbahn an der Schule begonnen haben, können sich Rat holen bei altgedienten Lehrpersonen. Lehrpersonen wie Richard Hilfiker und Rolf Stadler die seit über 40 Jahren an der Schule unterrichten.

Das Schuljahr 2014/ 2015 war ein Jahr der Einschränkungen. Unter den vom Departement Bildung, Kultur und Sport angeordneten Sparmassnahmen, leiden vor allem schwächere Schüler. Die Logopädie und das Fach «Deutsch als Zweitsprache» wurden gekürzt. Ausserdem schloss die Schule die regionale Spezialklasse in Wohlen.

Die Sparmassnahmen des Kantons brachten den Schulalltag in Unruhe: Die Leitung musste sich eingestehen, dass Vorstellungen wie bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer oder eine individualisierter gestaltete Unterrichtsform, vorerst in den Hintergrund rücken müssen. Trotz den Einschränkungen im Budget zeigt sich die Schule Wohlen zuversichtlich und probiert, mit den gegebenen Ressourcen möglichst effizient umzugehen.

Soziales Engagement

Ein grosses Thema, mit dem sich alle Stufen im letzten Jahr intensiv beschäftigten, waren die Sozial- und Selbstkompetenz. Der Jahresleitsatz der Primarschule Bünzmatt/Anglikon, «Wir schaffen ein Klima gegenseitiger Achtung und Toleranz», fasst das Ziel der Klassen sehr gut zusammen. Mit Unterstützung der Sozialarbeiter der jeweiligen Schulzentren, starteten die Schüler mehrere Organisationen, die den Schulalltag ruhiger und friedvoller gestalten sollen. Beispiele:

Helferinnen, deren Mitglieder sich um die Prävention von Mobbing kümmern.

Peacemaker: Die Schüler als Streitschlichter.

Toleranzbox: Ein Lehrmittel, mit dem Kinder über Rassismus und Gruppenverhalten aufgeklärt werden.

Die Schule Wohlen hat ein Jahr voller Höhen und Tiefen hinter sich. Doch die Schule Wohlen ist sich sicher: Eine gute Ausbildung ist weiter gewährleistet.