Zufikon
Einst trennte dieser Zeitzeuge Zufikon – fast wäre er zerstört worden

Früher verlief die Grenze zwischen der Grafschaft Baden und dem Stadtstaat Zürich durch Zufikon und teilte damit das Dorf in zwei Teile. Erst durch die Ausrufung der Helvetischen Republik wurde das Dorf wieder vereint.

Dominic Kobelt
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Umgeworfen und dem Feuer ausgesetzt: Der Grenzstein beim Dominiloch musste einiges durchmachen.

Umgeworfen und dem Feuer ausgesetzt: Der Grenzstein beim Dominiloch musste einiges durchmachen.

Dominic Kobelt

Einst trennte der Grenzstein im Dominiloch, gegenüber dem Klosters Hermetschwil, den Stadtstaat Zürich von der Grafschaft Baden. Noch vor einigen Wochen lag der jahrhundertealte Stein auf dem Waldboden. Offenbar stiessen Besucher den Stein um, er war am Sockel durchgebrochen. Als wäre das nicht genug, wurde ein Feuer auf dem Stein entzündet, was dem Wappen erheblich zusetzte. Rafael Häfliger, Bildhauer und Plastiker, wurde damit beauftragt, den Stein zu restaurieren.

Damit der Grenzstein wieder aufgestellt werden konnte, hat Häfliger Gewindestangen aus Chromstahl in den Sockel montiert und den Stein schliesslich mit mineralischem Mörtel befestigt und ausgebessert. «Zement würde den Naturstein zerstören, weil er Salz enthält», erklärt Rafael Häfliger.

Die Restauration des Grenzsteins bei Zufikon
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Die Restauration des Grenzsteins bei Zufikon
Die Restauration des Grenzsteins bei Zufikon
Die Restauration des Grenzsteins bei Zufikon
Die Restauration des Grenzsteins bei Zufikon
Der fertig restaurierte Grenzstein

Die Restauration des Grenzsteins bei Zufikon

Zur Verfügung gestellt

Auch wenn der Grenzstein heute nicht mehr auf einer Grenze steht, ist er ein wichtiger historischer Zeuge. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Während der Dorfteil nördlich des Zufiker Kirchturms (Unterzufikon) ein Teil der Grafschaft Baden war und von den Eidgenossen gemeinsam verwaltet wurde, gehörte der südliche Teil (Oberzufikon) zum Kelleramt und stand somit unter der alleinigen Herrschaft der Stadt Zürich.

1450 erwarb Bremgarten die niedere Gerichtsbarkeit über Zufikon. Als 1798 die Helvetische Republik ausgerufen wurde, vereinigten sich die beiden Dorfteile wieder und bildeten eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden; seit 1803 gehört die Freiämter Gemeinde zum Kanton Aargau.

Geschichte prägte Wappen

Noch 1915 existierte kein Gemeindewappen. Der Historiker Walther Merz machte den Vorschlag, in Erinnerung an die alte, oft umstrittene Grenze einen weissen Grenzstein mit dem Badener Wappen und den Initialen GB in einem roten Schild zu zeigen. Dieses Wappen wurde von der Gemeinde aber nie geführt.

1948 machte die aargauische Gemeindewappenkommission einige Entwürfe, die darauf hinwiesen, dass Zufikon einst geteilt war und zur Grafschaft Baden, respektive zum Kelleramt gehörte. Deshalb zeigt das heutige Zufiker Wappen die Schlüssel als Zeichen des Kelleramts und das rote Schildhaupt mit schwarzem Pfahl, in Anlehnung an das Grafschaftswappen.

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