Merenschwand
Einsprachen haben an der Motivation des Gemeindeammanns genagt

Nach drei Amtsperioden und damit insgesamt 12 Jahren Amtszeit tritt der Merenschwander Gemeindeammann Karl Suter im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl an. Zeitliche Gründe, aber auch Einsprachen haben zu seinem Entschluss geführt.

Eddy Schambron
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Karl Suter. ES

Karl Suter. ES

Es sind vor allem zeitliche Gründe, die ihn nach 12 Amtsjahren bewegen, nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten. Karl Suter ist Geschäftsführer der Elektra-Genossenschaft Merenschwand und damit ein Ein-Mann-Betrieb, wie er sagt. «Wenn ich für die Gemeinde unterwegs bin, macht meine Arbeit niemand.»

Der zeitliche Aufwand als Gemeindeammann sei enorm, und deshalb habe er sich entschlossen, auf das Ende der Amtsperiode aufzuhören. «Ich habe jetzt 12 Amtsjahre hinter mir, es ist Zeit, mir wieder etwas Luft zu verschaffen», erklärt Suter.

Hartnäckige Einsprachen

Suter macht aber kein Hehl daraus, dass Einsprachen und Bauverzögerungen die Motivation leiden lassen. «Jeder hat das Recht, Einsprache zu machen. Aber wenn es nur noch darum geht, querulantisch öffentliche Bauten zu verhindern, dann macht das Mühe.»

Der Hintergrund: Weil die geplante Dreifachturnhalle zum Teil auf das Areal des heutigen Sportplatzes kommt, muss zuerst der neue Rasensportplatz realisiert werden. Diese Baubewilligung ist angefochten und liegt in zweiter Instanz beim Regierungsrat. Gegen den Bau einer Dreifachturnhalle sind ebenfalls Einwendungen hängig.

Deshalb hatte der Gemeinderat im Mai 2012 letzten Jahres beschlossen, den Baukredit nicht wie geplant an die Sommer-Gemeindeversammlung zu bringen. Ebenfalls nicht traktandiert wurde der Projektierungskredit für das neue Gemeindeverwaltungsgebäude – obwohl zuerst geplant.

«Die Reihenfolge ist für uns klar: zuerst grünes Licht für den Sportplatz, dann die Dreifachturnhalle und schliesslich die neue Gemeindeverwaltung», erklärte Suter damals.

Interessante Amtszeit

Jammern mag der Merenschwander Gemeindeammann aber nicht: «Wir haben es im Gemeinderat gut, und meine Amtszeit war sehr interessant und spannend. Wir haben einiges erreicht.»

Damit spricht er unter anderem den Zusammenschluss von Merenschwand und Benzenschwil an. «Die Fusion ging sehr gut über die Bühne und funktioniert auch jetzt bestens», sagt er.

Zur historischen ersten gemeinsamen Einwohnergemeindeversammlung versammelten sich 90 Merenschwander und 50 Benzenschwiler Stimmberechtigte in Merenschwand. Sie genehmigten neben dem Voranschlag mit einem Steuerfuss von 99 Prozent vor allem neue Reglemente.

Merenschwand war zuletzt auch mit der Asylunterkunft im ehemaligen Restaurant «Hirschen» und einem Durchgangsplatz für Fahrende in Benzenschwil im Gespräch. Während die Asylunterkunft inzwischen in Betrieb ist, wurde die Mitwirkung beim Durchgangsplatz eben erst abgeschlossen.

Bei beiden Projekten konnte der Gemeinderat trotz Opposition die Diskussionen auf konstruktiver Ebene halten.