Der Zufiker Gemeinderat wehrt sich gegen die vorgesehenen Barrieren auf dem Bahnübergang beim Verkehrsknoten Bibenlos/Zufiker- und Zürcherstrasse.

Er erhob Einsprache beim Bundesamt für Verkehr in Bern und verlangt, auf die geplante Halbschrankenanlage zu verzichten.

Das Barrierenprojekt, dessen Realisierung 325 000 Franken kostet, ist Gegenstand eines Plangenehmigungsverfahrens. Auf Weisung des Bundesamts für Verkehr gleiste das Bahnunternehmen BDWM Transport AG dieses Bewilligungsverfahren kürzlich auf.

«Knoten schon heute ausgelastet»

Der Knoten sei schon heute stark ausgelastet, gelegentlich überlastet, und der Bahnübergang werde durch die Blinklichtanlagen genügend gesichert, hält der Gemeinderat fest. Eine Halbschrankenanlage würde die Schliesszeiten pro Zugsdurchfahrt um fünf bis sechs Sekunden verlängern, was Auswirkungen auf den Strassenverkehr zeitige.

«Barrieren würden auf der Zufikerstrasse einen Rückstau bis ins Dorf bewirken», sagt Zufikons Gemeindeammann Christin Baumann, «die Barrieren würden die heutigen Stausituationen noch verstärken.»

Auch sei zu befürchten, dass der Durchgangsverkehr durch Zufikon zunehmen werde, zumal die Barrierenschliessung rund 150-mal täglich erfolge, bei jeder Zugfahrt. «Die Ausweichfahrten von Automobilisten über die Zufiker Gemeindestrassen belasten Anwohner schon heute», führt Baumann aus.

«Komplettsanierung vollzogen»

Nach Auffassung des Gemeinderats Zufikon spricht ein weiterer Punkt gegen die Halbschrankenanlage: «Der Verkehrsknoten Zufikerstrasse wurde vor nicht sehr langer Zeit, nämlich 2007, komplett saniert, weshalb die strassenseitige Signalisation von Verzweigung und Bahnübergang verkehrstechnisch auch heute den rechtlichen Vorgaben entspricht.»

Ausserdem sei zu beachten, dass die Bahnhaltestelle Bibenlos unmittelbar neben dem Knoten liege, sodass die Züge die Strasse ohnehin mit reduzierter Geschwindigkeit queren müssten. Daher sei die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls zwischen Autos und Bahn hier weitaus geringer als auf offener Strecke.

Gemeindeammann Christian Baumann erwartet vom Bundesamt für Verkehr, dass «es die Knotenproblematik Bibenlos vertieft anschauen und dann beurteilen wird». Eine differenzierte Betrachtungsweise tue not. Im Übrigen, so Baumann, seien auch regionale Bestrebungen für eine taugliche Knotenlösung im Gang.

Zieht Bremgarten nach?

Ob auch Bremgarten Einsprache gegen das Barrierenprojekt macht, ist laut Stadtammann Raymond Tellenbach «noch offen». Die Stadtbehörde werde sich demnächst mit dem Gemeinderat Zufikon treffen, um das Verkehrskonzept am Knoten Bibenlos und am Knoten Stadtumfahrung/Mutschellen- und Sädelstrasse anzuschauen.

Danach, so Tellenbach, müsse auch der Kanton in die Thematik eingebunden werden.