Bremgarten
Einfach so lässt er beim Ostermarkt niemanden abschleppen

Seit einem Vierteljahrhundert sorgt Stadtpolizist Walter Friedli dafür, dass am Bremgartner Ostermarkt alles reibungslos läuft. So auch dieses Jahr. Zwischen 35 000 bis 40 000 Personen haben dem Markt im Reussstädchen einen Besuch abgestattet.

Susanna Vanek
Drucken
Teilen
Stadtpolizist Walter Friedli ist für den Bremgarter Ostermarkt verantwortlich.

Stadtpolizist Walter Friedli ist für den Bremgarter Ostermarkt verantwortlich.

Susanna Vanek

Bei eher kühler, aber trockener Witterung startete Bremgarten in die neue Marktsaison. Seit 25 Jahren ist Walter Friedli als Marktchef an vorderster Front mit dabei.

«Regionalpolizei Walter Friedli», beantwortet er ruhig einen Anruf. Dass an einem Tag wie dem Ostermarkt viel los sei, mache ihm nichts aus, meint er, und man glaubt es ihm. Klar sei es so, dass er manchmal an mehreren Orten gleichzeitig sein sollte, aber er wisse ein gutes, eingespieltes Team im Hintergrund. So werde er etwa von Regionalpolizist Simon Mühlum tatkräftig unterstützt, zudem seien 65 Helfer für den Markt im Einsatz.

Die Aufgabe eines Marktchefs bestünde auch darin, dass er gut zu netzwerken wisse, damit er für die vielen Tätigkeiten, die an einem Markttag erledigt werden müssen, Personen finde, die zu einem Einsatz bereit seien, «auch wenn sie dafür nur ein Mittagessen im Café Fohlenweide und eine Zwischenverpflegung erhalten». Sie seien, sagt Friedli, wie eine Familie, so könne er beruhigt auch Aufgaben anderen übertragen.

Gutes Einvernehmen

Walter Friedli ist für den Erfolg des Bremgarter Ostermarktes mitverantwortlich. Sein Ansatz: Er vermeidet, wenn möglich, Konfrontationen. Lieber sucht er einen Weg, der für beide Seiten stimmt. Ein Beispiel: Steht am Sonntag vor dem Markt etwa noch ein Autofahrer auf einem mit einem Parkverbot belegten Parkplatz, dann lässt Friedli ihn nicht abschleppen, sondern macht den Fahrer oder die Fahrerin ausfindig und versucht, anzurufen oder vorbeizugehen, damit die Person umparkiert.

Einfach so lässt er niemanden abschleppen. «Davon haben beide Seiten etwas. Denn wenn wir den Besitzer des Autos schnell ausfindig machen können, geht das schneller, als wenn der Abschleppdienst kommen muss. Und wir brauchen den Platz ja so rasch wie möglich.» Dieses Mal musste er zwei Autolenker suchen.

Früher Start

Arbeitsbeginn an einem Markttag ist für Friedli morgens um drei Uhr, auch wenn viele Tätigkeiten in der Woche vor Ostern oder am Sonntag erledigt werden. «Eine gute Vorbereitung ist essenziell», bringt es der Regionalpolizist auf den Punkt. Bevor der Markt beginnt, nummeriert er die Stände und schaut zusammen mit Stadträtin Monika Briner, dass alle richtig – so wie abgemacht – aufgestellt sind.

Am diesjährigen Ostermarkt galt es, kurzfristig etwas umzudisponieren, weil sich zwei Marktfahrer wegen Erkrankung abgemeldet hatten und jemand wegen eines Todesfalls in der Familie nicht kommen konnte. Silvio Beyli und Daniel Furrer sind dafür verantwortlich, dass alle Stände einen Stromanschluss haben. Das frühe Aufstehen und der lange Arbeitstag – vor 20 Uhr ist ans Aufhören nicht zu denken – machen Friedli indes nicht viel aus. «Wenn alles klappt, macht mir meine Tätigkeit auch nach 25 Jahren immer noch grossen Spass.»

Das liege auch daran, dass er vonseiten seines Chefs und der Bremgarter Behörden einen grossen Rückhalt spüre. Rund 25 Prozent seiner Arbeitszeit entfalle ja auf die Vorbereitung der Märkte, erläutert er, «da muss nicht nur ich hinter den Märkten stehen, sondern auch meine Vorgesetzten, was der Fall ist».

Die eher kühle, jedoch trockene Witterung war für einen Ostermarkt ideal. Walter Friedli schätzt, dass er von 35000 bis 40000 Personen besucht wurde, was einen guten Durchschnitt darstellt.

Aktuelle Nachrichten