Rudolfstetten

Einer der jüngsten Aargauer Gemeinderäte amtet in Rudolfstetten

Joël Buntschu

Joël Buntschu

Joël Buntschu aus Rudolfstetten ist mit 25 Jahren einer der jüngsten Gemeinderäte im Kanton Aargau. Warum übernimmt er bereits in jungen Jahren das Mandat eines Gemeinderats? Der 25-Jährige übernimmt gerne Verantwortung und gestaltet mit, sagt er.

«Buntschu ist ein Fribourger Geschlecht», erklärt der junge Mann, während er seinen Rucksack auf den Boden stellt. Joël Buntschu ist in Rudolfstetten aufgewachsen. Seit Januar 2010 setzt er sich als Gemeinderat für seine Gemeinde ein.

Sein Vollzeit-Masterstudium an der ETH Zürich in Raumentwicklung und Infrastruktursysteme passt wunderbar zu seinem Ressort, das unter anderem die Gebiete Tiefbau, Planung und Verkehr umfasst. Der 25-Jährige hat die Hälfte der Legislaturperiode hinter sich und ist einer der jüngsten Gemeinderäte.

Der Reiz an der Politik

Was reizt einen 25-Jährigen, ein Mandat bei der Gemeinde anzunehmen? «Ich war bereits während meines Bachelor-Studiums zum Raumplaner als Studentenvertreter in der Hochschulpolitik aktiv», sagt er. Er übernehme gerne Verantwortung und gestalte gerne mit. «Interessant sind vor allem Projekte, die nicht so laufen, wie sie sollten, und bei denen dringender Handlungsbedarf besteht.» Es sei einfach, die Faust im Sack zu machen und sich über Dinge zu ärgern. Einen Teil der Verantwortung zu übernehmen und sein Wissen einzubringen, das sei für ihn der Reiz an der Politik.

Und wie ist es, mit Abstand der Jüngste im Gremium zu sein? «Wir sind ein sehr angenehmes Kollegium. Natürlich diskutieren wir manchmal hart, bleiben aber immer auf der sachlichen Ebene», erklärt Buntschu. Er habe den Vorteil, dass sein Ressort seinem Berufsfeld entspreche und er somit seine Erfahrungen einbringen könne. Sein Studium in Raumentwicklung und Infrastruktursysteme sei ein sehr breit gefächerter Studiengang. Es würden viele Fragen und Themen behandelt, die dann als reales Beispiel in der Gemeinde auftauchen, insbesondere im Bereich Verkehr. «Was ich im Gemeinderat vor allem habe lernen müssen, ist, dass vieles mehr Zeit erfordert, als man denkt.»

Probleme mit Sachverstand lösen

«Wer ein Amt übernimmt, übernimmt auch offene Pendenzen, die erledigt werden müssen. Neben dem Tagesgeschäft bleibt wenig Zeit für zusätzliche Projekte», gibt Buntschu zu bedenken. Das bedeute manchmal auch, den Kopf für andere hinzuhalten. Vor die Bevölkerung zu stehen, damit hat Buntschu jedoch keine Probleme. «Beim ersten Mal war ich sogar erstaunlich ruhig. Präsentationen zu halten, liegt mir grundsätzlich. Ich konnte bereits am Gymi und während des Studiums Präsentationstechniken üben.»

Wichtig sei, dass man von dem, was man vorträgt, überzeugt sei und dem Gegenüber die Gedankengänge nachvollziehbar erklären könne. Was Buntschu daher überhaupt nicht mag, sind unsachliche Diskussionen. «Ich bin ein optimistischer Mensch, der gerne auf Leute zugeht. Auch wenn die Lösung nicht so ausfällt, wie ich es mir gewünscht habe, bin ich davon überzeugt, dass Probleme mit Sachverstand und einer guten Portion Optimismus gelöst werden können.» Er sei jemand, der auf sachlicher Ebene diskutiere und versuche, gradlinig zu sein.

Ist Herr Buntschu also nicht aus der Ruhe zu bringen? «Menschen, die nicht mit sich reden lassen und auf ihrer Meinung pochen, ohne diese mit nachvollziehbaren Argumenten zu begründen, können mich schon aus der Ruhe bringen.» Dies sei jedoch zum Glück selten der Fall.

Fokus auf Studium und aufs Amt

Was macht Joel Buntschu, wenn er nicht an der ETH oder im Gemeinderat sitzt? «Neben den Sitzungen in verschiedenen politischen Gremien singe im gemischten Chor, probiere Fechten aus oder verbringe Zeit mit meiner Freundin», erklärt er.

Sein Amt im Gemeinderat Rudolfstetten entspreche ungefähr 20 Stellenprozenten. Mit dem Vollzeitstudium bleibe ihm nicht viel freie Zeit. Doch das sei absehbar. Buntschu sieht vor, sein Studium im Jahr 2013 abzuschliessen. Dann endet auch die Legislaturperiode im Gemeinderat. Was er danach mache, lasse er bewusst offen. Er sei noch jung genug, um seine Ideen und Wünsche - politisch wie auch privat - später umzusetzen.

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