Muri

Eine Woche ohne Internet: Der Bauernverband war offline

Ralf Bucher, Geschäftsführer Bauernverband Aargau.

Ralf Bucher, Geschäftsführer Bauernverband Aargau.

Ohne Internet geht heute nichts oder fast nichts mehr. Das hat unter anderen der Bauernverband Aargau, der in Muri die Geschäftsstelle führt, bitter erfahren müssen.

«Höchst ärgerlich», fasst Geschäftsführer Ralf Bucher die Situation zusammen: Rund eine Woche lang kämpfte der Bauernverband Aargau mit den Tücken moderner Technik, weil gegenwärtig das Glasfasernetz in Muri ausgebaut wird. «Das Internet funktionierte nicht, was sich vor allem im Datenaustausch mit Brugg im Bereich Krankenkasse negativ auswirkte.»

Mit Improvisation konnten der Mailverkehr geregelt und die Buchhaltung netzunabhängig geführt werden. Telefon und Mobiltelefon funktionierten. Aber: «Hätten wir von Anfang an gewusst, dass das so lange dauern würde, hätten wir nach einer passenden Lösung gesucht, anstatt uns Tag für Tag erneut zu ärgern.»

Immer wieder vertröstet

Sehr störend empfand Bucher, dass immer wieder beteuert wurde, morgen funktioniere alles, und dass die Ansprechpartner mit schöner Regelmässigkeit wechselten – wenn man denn einen am Draht hatte. «Das Problem lag möglicherweise nicht nur bei der Swisscom», glaubt Bucher. Involviert waren auch die Enemag Telecom AG und Cablex, die «Netzinfrastruktur für die Zukunft» baut. Und am Schluss passte der Netzwerkrouter nicht mehr und musste ausgetauscht werden, «obwohl es anfänglich geheissen hatte, das funktioniere auch mit der bestehenden Technik problemlos.»

Betroffen waren nicht nur die Geschäftsstelle des Bauernverbandes, sondern auch weitere Liegenschaften. «Ja», räumt Armin Schädeli von der Swisscom ein, «beim Ausbau der Glasfasertechnologie Fibre to the Street (FTTS) kam es in Muri zu Unterbrüchen von Kundenanschlüssen, die länger als üblich gedauert haben. Wir entschuldigen uns für den Ausfall bei allen betroffenen Kunden.»

Der Ausbau der Glasfasertechnologie werde im betriebsbereiten Live-Netz durchgeführt. «Das ist vergleichbar mit einer Operation am offenen Herzen». Dabei könne es in wenigen Fällen zu unerwarteten Problemen bei der Integration von neuen Netzwerkelementen ins Netz kommen, da das Netz in jeder Gemeinde aufgrund der lokalen Topologie unterschiedliche Architekturen aufweise. «Die Unterbrüche in Muri konnten in der Zwischenzeit behoben werden und wir analysieren zurzeit noch das genaue Fehlerbild».

In der Regel einen halben Tag

Es sei normal, dass es beim Ausbau der Glasfasertechnologie zu einem Verbindungsunterbruch komme, sobald die Kundenleitung auf die neue Technologie überführt werde. «Dieser Unterbruch dauert in der Regel nicht länger als einen halben Tag und die Kunden werden vorgängig per Brief avisiert.» Jetzt steht der Ausbau des Glasfasernetzes in Muri kurz vor dem Abschluss. «Die letzten Liegenschaften profitieren bis Ende April von der höheren Bandbreite von bis zu 500 Mbit/s», unterstreicht die Swisscom ihrer Stellungnahme.

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