Bremgarten

Eine Wanderausstellung zum dritten Geburtstag: Auch Frauen sind Fans

Dieses Bild der Ausstellung zeigt Frauen mit Pyros an einem Fussballspiel.

Dieses Bild der Ausstellung zeigt Frauen mit Pyros an einem Fussballspiel.

Die Teilzeitfans Wohlen holen zu ihrem dritten Geburtstag die Wanderausstellung «Fan.Tastic Females – Football Her.Story» ins vom 1. bis 9. Februar ins Kulturzentrum Bremgarten (Kuzeb). Diese besteht aus über 80 Videos von weiblichen Fussballfans.

Die Teilzeitfans Wohlen fanen für den hiesigen FC. Im Gegensatz zu den meisten Fussballfans haben sie sich ihre Sportidole aber nicht aufgrund von geografischen Grenzen oder Familientraditionen ausgesucht. Die Hälfte der Mitglieder stammen nicht einmal aus der Region. Nein, die Teilzeitfans finden schlicht: Der FC Wohlen hatte noch keine grosse Fangemeinde, ist sportlich auf hohem Niveau und familiär. Doch nicht nur darin unterscheiden sie sich von anderen Fangemeinden. Ihr Motto lautet: «Es gibt wichtigeres als Fussball». Nämlich Politik. «Wir sind in erster Linie Fussballfans, aber mit politischem Selbstverständnis», erklärt Teilzeitfan Sebastian Urech.

Sie wollen Fussball für alle. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt sich das ungefähre Dutzend Mitglieder für Gleichberechtigung im Fussball ein und nutzt dazu Flugblätter und Spruchbänder. So soll Beleidigungen des Schiedsrichters, Gewalt zwischen gegnerischen Team-Fans und der Belästigung von Frauen entgegengewirkt werden. «Wir wollen ein Bewusstsein schaffen und dadurch für alle ein schönes Erlebnis im Stadion ermöglichen», fasst Urech zusammen. So ist der Zusammenschluss beispielsweise Teil der Initiative «Fans gemeinsam gegen Homophobie».

Geschichten aus 21 Ländern

Zu ihrem dritten Geburtstag holen die Teilzeitfans Wohlen die Wanderausstellung «Fan.Tastic Females – Football Her.Story» vom 1. bis 9. Februar ins Kulturzentrum Bremgarten. Diese besteht aus über 80 Videos von weiblichen Fussballfans im Alter von 14 bis 94 Jahren aus 21 Ländern Europas, die von ihren Erlebnissen erzählen. Um die Videos anzuschauen, wird ein QR-Code eingescannt, die Besucher müssen also ihr eigenes Smartphone oder Tablet und Kopfhörer mitbringen.

«Es gab von Beginn an auch Frauen in den Fussballstadien – oft nicht offiziell, manchmal nicht erwünscht und auch nicht überall sichtbar, aber sie waren immer da. Nur dort, wo es Bücher und Interviews über den Fussball oder seine Fans gibt, sind es bis heute selten Frauen, die die Geschichten erzählen», heisst es auf der Website des Projektes.

Weitere Informationen finden sich unter www.teilzeitfans.ch

Autor

Johanna Lippuner

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