Beinwil
Eine Viehauktion mit viel Ambiente - aber in schwierigem Umfeld

An der Auktion des Aargauischen Braunviehzuchtverbandes auf dem Horben gelangen am kommenden Mittwoch 23 Kühe und 21 Rinder, Jährlinge und Kälber zur Versteigerung. Doch der Viehpreis ist für Verkäufer immer noch unbefriedigend.

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Braunviehauktion auf dem Horben im Jahr 2010

Braunviehauktion auf dem Horben im Jahr 2010

Das Angebot an Kühen in diesem Jahr ist tiefer als 2010. Im letzten Jahr erreichte der Durchschnittspreis bei den Kühen etwa 2900 Franken. In diesem Jahr rechnen die Auktionsorganisatoren in etwa mit einem ähnlichen Resultat.

«Dies ist im Vergleich der letzten Jahre immer noch tief und für die Verkäufer unbefriedigend», sagt Hugo Abt, Präsident des Aargauischen Braunviehzuchtverbandes. Die Braunviehzüchter seien jedoch bestrebt, mit den angebotenen Tieren viele Kaufinteressierten neugierig auf die Auktion zu machen.

Schwieriges Umfeld

Die Auktion in diesem Jahr findet in einem schwierigen marktwirtschaftlichen Umfeld statt. Der Milchpreis ist tief und lässt den Viehzüchtern kaum Spielraum. Es gibt aber auch kleine Lichtblicke. Die Milchpreiserhöhung auf den 1. April sei ein positives Zeichen für die nächsten Monate. «Es scheint auch, dass die Branchenorganisation Milch (BOM) Lösungsansätze und einen minimalen Konsens bei den Akteuren im Milchmarkt gefunden hat.»

Der liberalisierte Milchmarkt und vor allem die offenen Grenzen im Käsemarkt lassen die Käseimporte auf rekordhohes Niveau steigen. «Importiert werden zum grossen Teil eher billige Käse, die Schweizer Produkte von den Verkaufsregalen verdrängen.» Ebenfalls zu schaffen mache der tiefe Euro und Dollar. Exporte würden schwieriger und die Preise müssten nach unten angepasst werden, damit überhaupt Geschäfte getätigt werden können.

Milchpreiserhöhung nur bei der Industriemilch

«Es zeichnet sich ab, dass die Milchpreiserhöhung nur bei der Industriemilch umgesetzt werden kann. Preiserhöhungen beim Exportkäse hätten für den Absatz im Ausland wahrscheinlich schlimme Folgen. Und wenn der Käseabsatz stockt, kommt automatisch auch wieder der Preis für Industriemilch unter Druck», hält der Verband fest.

Die Aargauer Braunviehzüchter haben sich mit der Auktion auf dem Horben ein gutes Image geschaffen betreffend Qualität der Tiere und Seriosität der Auktion. Die Tiere werden vorgängig ausgelesen und erfüllen höchste Ansprüche der Käuferschaft.

Die Interessenten und Käufer kommen vor allem aus der Zentralschweiz. Einige Tiere gehen aber auch jedes Jahr in die Ostschweiz, in die welsche Schweiz und in das Tessin. Der grosse Anteil an Stammkunden lässt die Braunviehauktion auf dem Horben jeweils zum Erfolg werden – auch dank dem unvergleichliches Ambiente auf dem «Ausflugsberg» Horben in der Gemeinde Beinwil. (az)

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