Boswil

Eine Velofahrt auf dem Trottoir kommt vor die Jugendanwaltschaft

Verfahren gegen 13-jährige Velofahrerin

Verfahren gegen 13-jährige Velofahrerin

Weil die 13-jährige Fabiola Teufer in Boswil mit dem Velo auf dem Trottoir gefahren ist, muss sie sich jetzt vor der Jugendanwaltschaft verantworten. Ein Verhältnisblödsinn, findet ihre Mutter.

Die Schülerin fuhr beim Bahnübergang von Boswil auf dem Trottoir - weil das mit dem Velo sicherer ist als auf der Strasse. Pech für sie: Die Regionalpolizei beobachtete ihre unerlaubte Fahrt und schickte ihr eine Strafanzeige ins Haus.

Wäre Fabiola 15-jährig gewesen, hätte es eine Busse von 40 Franken gegeben. Weil sie erst 13-jährig ist, kam es zur Anzeige bei der Jugendanwaltschaft.

Grund ist die neue Jugendstrafprozessordnung, die seit zwei Jahren in Kraft ist. Vergehen, die früher die Schulpflege ahndete, landen heute direkt bei der Jugendanwaltschaft.

Lapalie für die Polizei

Die Mutter der Schülerin, Sandra Teufer, findet das Ganze unverhältismässig. «Es ist, als wenn die Polizei anstatt wirkliche Sachen aufzugreifen nichts Besseres zu tun hat als Kinder zu verzeigen», sagt sie gegenüber Tele M1.

Erich Holliger, Chef der Regionalpolizei Muri, findet auch, dass die Übertretung von Fabiola eine Lapalie ist. «Die Jugendanwaltschaft wird das gleich sehen wie die Schulpfleger und die Übertretung mit einer leichten Verwarnung erledigen», zeigt er sich überzeugt.

Die Regionalpolizei habe sicher Besseres zu tun als Schülern aufzulauern. Aber die Ahndung von Verkehrsübertretungen gehöre eben auch zu ihren Aufgaben.

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