Muri
Eine spezielle Einkehr in der Klosterkirche

Jedes Jahr in der Karwoche treffen sich die Aargauer Wirte zum ökumenischen Gottesdienst in der Klosterkirche. Dieses Mal konnte der reformierte Wirteseelsorger Andreas Pauli seinen neuen katholischen Kollegen Martin Tanner willkommen heissen.

Hans Rechsteiner
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Die beiden Aargauer Gastgewerbeseelsorger Martin Tanner (kath.) und Andreas Pauli (ref.) gestalten die Einkehr der Wirtefamilie. (hr)

Die beiden Aargauer Gastgewerbeseelsorger Martin Tanner (kath.) und Andreas Pauli (ref.) gestalten die Einkehr der Wirtefamilie. (hr)

AZ

Die etwas andere «Einkehr» als sie sich die Gastgeber aus ihrem beruflichen Alltag gewohnt sind, begann mit mächtigem Orgelspiel von Annelis Füglister. Gastro-Aargau-Präsident Josef Füglistaller fand es schön, «dass Sie sich einen Moment der Auszeit gönnen». In der Karwoche kurz zur Ruhe zu kommen, und das in einem wunderschönen, stimmungsvollen Raum, wie es die Klosterkirche Muri ist, und in sich selber einzukehren, das sei in der heutigen Zeit bereits ein wenig Luxus.
Die beiden Wirteseelsorger hatten sich zum Thema «Die Salbung des Jesus in Bethanien» aus dem Markus-Evangelium Gedanken gemacht und legten diese in einem verbalen Pingpong interessant dar, mit vielen Bezügen zum Heute und zum gastronomischen Alltag. So habe die Frau, die Jesus mit kostbarem Öl salbte, damit ein wunderbares Beispiel von Gastfreundschaft gezeigt. Es war ein Überraschungscoup, der sie in die Berichterstattung des Evangeliums bis heute brachte. «Markus, was hast Du für eine Überraschung für uns?» fragte Pauli. «Ich möchte in Eurem Leben ein Tropfen Öl sein und für Euch da sein im Argen und im Guten, so wie die Jünger mit Jesus mitgingen, und da sein, wo es mich braucht», antwortete der neue katholische Wirteseelsorger.
Am Stammtisch wie im Himmel
Andreas Pauli beschrieb den Gasthof als einen Kulminationspunkt von Kultur und Begegnung von Arm und Reich, von elegant bis knorrig. Am Stammtisch fühle er sich oft wie im Himmel. Und Martin Tanner fügte an, die Gastronomie sei ein Ort der Dienstleistungen, die alle mit Herz und Engagement erbracht werden. «Herr, gib uns die Freude, die wir unseren Gästen weiter geben wollen».
Der Wirtechor Bremgarten unter der Leitung von Meret Burkhard umrahmte die Einkehr mit feinen kirchlichen Liedern, um nachher zum offerierten Apéro noch ein paar weltliche anzufügen.

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