1. Liga Classic

Eine rabenschwarze Vorstellung von Muris Fussballern

Mussten gegen die Tessiner untendurch: Die Murianer um Michael Diethelm (links).

Mussten gegen die Tessiner untendurch: Die Murianer um Michael Diethelm (links).

Muri unterliegt zu Hause dem Team Ticino U21 mit 0:2 und bleibt auf dem 11. Rang. Es stellt sich nun die Frage ob die Tessiner, die mit einigen Challenge-League-Spielern angetreten waren, so stark agierten, oder ob Muri einen schlechten Tag erwischte

Zwanzig gute Minuten reichen nicht, um in dieser Liga zu bestehen. Diese schmerzliche Erkenntnis müssen die Murianer machen nach der diskussionslosen Heimniederlage gegen das Team Ticino. In den restlichen 70 Minuten standen die Freiämter wortwörtlich neben den Schuhen. Muri Trainer Rico Benito wählte dazu deutliche Worte: «Nach starken ersten 20 Minuten waren wir völlig von der Rolle.» Ausser dem Torhüter habe kein Spieler seine Normalform abrufen können, fügte er an. «Die Mannschaft hat einfach nicht das gemacht was wir besprochen haben», doppelte er nach.

Der Hauptgrund für die zu knappe Niederlage ist in einer desaströsen Defensivarbeit zu suchen. Löchrig wie ein Emmentaler Käse könnte man die Murianer Viererkette an diesem Abend auch beschreiben. Wäre da nicht ein Reto Felder in Hochform im Kasten der Murianer gestanden, die Benito-Elf hätte eine Kanterniederlage eingefangen.

Keine Spannung mehr

Allein zwischen der 17. und 24. Minute vereitelte er drei Grosschancen. Spektakulär war dabei seine Parade in der 24. Minute, als er einen Freistoss der Luganesi aus dem Lattenkreuz fischte. Fünf Minuten später war aber auch Felder machtlos. Nach einem Angriff über die Flügel konnte Erwin Blattner mutterseelenallein einköpfeln. Der Murianer Innenverteidigung und dem bemitleidenswerten Torhüter blieb nur das Nachsehen. Die Fehlerorgie der Heimmannschaft ging auch nach dem Seitenwechsel weiter.

Spannung kam im Stadion Brühl keine mehr auf. Obwohl der Eintorerückstand noch berechtigte Hoffnungen auf einen Punktegewinn für Muri zuliess. Nach 63 Minuten glaubten dann aber auch die grössten Optimisten nicht mehr an eine Wende in dieser nun einseitigen Partie. Der Grund dafür war ein abgefälschter Schuss von Cincotta, der über dem chancenlosen Torhüter Felder hinweg im Netz landete. Vorausgegangen war einmal mehr ein kapitaler Schnitzer eines Verteidigers. Den Rest der Partie hätte man sich aus Murianer Sicht ersparen können.

Benito versuchte mit drei Einwechslungen, dem Sinkflug der Einheimischen Gegensteuer zu geben. Ausser vier gelben Karten schaute für die Klosterdörfler aber nichts mehr heraus. Es stellt sich nun die Frage; ob die Tessiner, die mit einigen Challenge-League-Spielern angetreten waren, so stark agierten, oder ob das Heimteam einen schlechten Tag erwischte. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Das nächste Spiel in Gossau wird darüber bestimmt mehr Aufschluss geben.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1