Bünzen

Eine Premiere für alle

Dirigent Flavio Killer und die Musiker der Musikgesellschaft Bünzen am Jahreskonzert.

Dirigent Flavio Killer und die Musiker der Musikgesellschaft Bünzen am Jahreskonzert.

Irene Briner schrieb eine Geschichte zu den Stücken des Jahreskonzerts in Bünzen.

Im Saal ist es still. Wie geht Brians Lebensgeschichte weiter? Gibt es ein Happy End, oder nimmt die Story kein gutes Ende, wie es das nächste Stück mit dem Titel «Träne» befürchten lässt. Aufmerksam lauschen die Besucher der Erzählerin Irene Briner, die mit dem nächsten Satz die Hoffnung auf einen guten Schluss wachsen lässt. Nicht nur das Publikum hört die Geschichte an diesem Abend zum ersten Mal.

Doch zurück zum Anfang. Die Geschichte von Brian, die die Musikgesellschaft musikalisch begleitet, spielt in Bünzen. Er ist das langersehnte Kind von Daniel und Sabine. Ab und zu gönnen sie sich eine Auszeit, wozu gibt es schliesslich den «Babysitter Boogie». Früh zeigt sich Brians musikalisches Talent, das natürlich von der Jugendmusik gefördert wird, da finden auch Proben zu Märschen statt. Der schwungvolle «Radetzky-Marsch» kommt beim Publikum gut an.

In einem Sommerlager begegnet Brian seiner grossen Liebe: «Michelle». Gekonnt präsentieren die Musiker den gleichnamigen Hit der Beatles. Doch nach dem «Hochzeitsmarsch» kehrt der Alltag mit seinen Höhen und Tiefen beim jungen Paar ein. Eine gemeisterte Krise ist aber nicht gleichbedeutend mit einem Happy End. Auf einem Ausflug verunglückt Brian schwer, zwar stehen seine Chancen nicht schlecht, aber Michelle läuft vor Sorge die eine oder andere «Träne» die Wange herab.

«An den Jahreskonzerten versuchen wir immer etwas Spezielles zu machen, zum Beispiel mit anderen Vereinen», so Lukas Müller, der Präsident der MG Bünzen. «Nun hatten wir die Idee mit der Geschichte. Dafür haben wir jemanden gesucht, der richtig gut erzählen kann.» Über Kontakte seien sie schliesslich zu Irene Briner gekommen, die als Erzählerin und Kulturvermittlerin tätig ist.

«Die Geschichte habe ich nach den vorgegebenen Musikstücken geschrieben», führt Briner aus. Dabei habe sie sich auch von den Texten inspirieren lassen und sich mit dem Dirigenten Flavio Killer abgestimmt. Wichtig sei ja ein Bezug zur Musikgesellschaft und Bünzen. Als i-Tüpfelchen habe der Grafiker Daniel Küttel die treffenden Bilder zu den verschiedenen Lebensabschnitten samt Musiktiteln entworfen. Die Zuschauer können diese nun auf einem Bildschirm bewundern, der über der Ecke angebracht ist, wo Briner die Geschichte des Brian erzählt. «Es gibt sogar eine Website zu Brian», erzählt sie, unter www.brian.ag gibt es seit einer Woche die Grafiken zu sehen.» Der Präsident teilt mit, dass die Seite noch eine etwa Woche aufgeschaltet sei. Und noch etwas berichtet Müller schmunzelnd: «Für uns ist die Geschichte heute auch eine Premiere, wir hören sie zum ersten Mal. Es ist richtig spannend, zuzuhören.»

Genau wie die Musiker fragen sich die Besucher gespannt, wie es mit Brian und Michelle wohl weiter geht. Fast wäre er doch den «Stairway to Heaven» gegangen, sowohl das Stück als auch die Story sorgen für Hühnerhaut. Da er sein Cornet aber nicht dabei hatte, entschied er sich anders – zur Erleichterung aller Zuhörer. Nach dieser schwierigen Episode gehen Michelle und Brian ihr Leben gelassener an, ihr Motto ist nun: «Always Look on the Bright Side of Life.»

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