Wer noch vor einem Jahr im Parterre der Büttikerstrasse 30 ein und aus ging, traut heute seinen Augen kaum: Wo Kassensysteme für die Gastronomie untergebracht waren, laden heute weiss gestrichene Wände und warme Holzfarben zum Gesundwerden ein. Die Arbeit der Physiotherapeutinnen Cristina Köchli und Deborah Meyer hat sich gelohnt. «Ich habe keine Werbung gemacht», berichtet Köchli, «sondern lediglich ein Schild neben die Tür gehängt, und bereits hatte ich erste Patientinnen und Patienten aus dem Quartier, die froh waren, einen Physio in der Nähe zu haben.»

Für die dreifache Mutter, die mit ihrer Familie in Uezwil wohnt, ist es ein Heimkehren: Sie ist in dem Haus aufgewachsen, in dem heute ihre Praxis untergebracht ist, die Räume nutzte zuvor ihr Vater Urs Stäger. Mittlerweile arbeitet Cristina Köchli bereits 30 Prozent in der Praxis. «Das ist momentan ideal. Sobald es der Stundenplan der Kinder zulässt, möchte ich aber gerne erhöhen.» Und weil es bei ihr so gut läuft, steigt nun auch Deborah Meyer ins Geschäft ein. «Wir wollten die Praxis sowieso gemeinsam führen, aber ursprünglich wollte ich noch etwas länger im Kantonsspital Aarau bleiben. Jetzt freue ich mich aber sehr, am 1. März in Wohlen anzufangen», sagt Meyer.

Idee kam beim Wändestreichen

Die beiden Frauen kennen sich schon seit ihrer Pfadi-Zeit. Die 33-jährige Köchli wurde damals Fuoca getauft, die 35-jährige Meyer hiess Tira. Letztere wird noch heute von vielen so genannt – natürlich auch von ihrer neuen Praxis-Partnerin. Sie arbeitete nach der Wirtschaftsdiplomschule im Büro und bildete sich zur Betriebswirtschafterin weiter. «Irgendwann merkte ich auf einmal, dass ich mir nicht vorstellen könnte, diesen Beruf bis zu meiner Pensionierung auszuüben. Also bewarb ich mich an der Physioschule», erzählt sie lachend. «Meine Spezialgebiete sind Hand und Neurologie, beispielsweise MS-, Schwindel- oder Schlaganfallpatienten.» Da Köchlis Spezialgebiet die Rheumatologie ist, deckt Physiosüd also fast das gesamte Spektrum der Physiotherapie ab.

Bei Köchli begann alles mit der Coopzeitung: «Ich habe noch während der Schulzeit einen Artikel über Hippotherapie, also Physiotherapie mithilfe von Pferden, gelesen. Da ich selbst passionierte Reiterin bin, wollte ich das unbedingt machen. Dazu brauchte es aber die Ausbildung zur Physiotherapeutin.» Mittlerweile ist sie beides und besitzt selber zwei Pferde. «Ich würde gerne wieder mit der Hippotherapie weitermachen, aber erst schauen wir, wie es mit der Praxis läuft.» Die Idee zur gemeinsamen Praxis hatten die beiden Freundinnen beim Streichen der Wände im Haus der Familie Köchli in Uez-wil. Mit dem Streichen der Wände in ihrer neuen Praxis haben sie das, was anfangs nur eine Idee war, jetzt in die Tat umgesetzt.

Eröffnungsfeier Physiosüd am 18. Februar, 11 bis 15 Uhr, Büttikerstrasse 30, Wohlen. Mehr Infos: www.physiosued.ch