Muri
Eine Multikulti-Band, ein Publikum und viele Emotionen

Mike «Maz» Maher und seine Band heizten im Dachsaal der Pflege mächtig ein – kein Wunder, denn neben der Musik mache er nichts ausser zu schlafen.

Lisa Urzola
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Mike Maher – ein vielseitiger und emotionaler Sänger.

Mike Maher – ein vielseitiger und emotionaler Sänger.

zvg

«Ich war sehr nervös», gab Maz nach dem Konzert im Interview zu. Das lag vor allem daran, dass er während der siebenwöchigen Tour mit der Band «Snarky Puppy» als Trompetenspieler unterwegs war und nicht – wie an diesem Abend – als Sänger. «Ich habe schon seit einer ganzen Weile nicht mehr gesungen», bemerkte er. Die Tour endete in Polen, einen Tag vor dem Auftritt im Freiamt.

Musiker aus mehreren Ländern

Die Band MAZ besteht in der Regel aus «Snarky Puppy»-Mitgliedern. Wenn diese gerade nicht zur Stelle sind, werden andere talentierte Musiker für die Auftritte angeheuert. So auch am Sonntagabend. Die sieben Musiker trafen sich erstmals einen Tag vor dem Konzert im Pflegidach.

Die beiden Background-Sängerinnen Emma Divine und Hannah Nicholson sind für den Auftritt sogar extra aus Manchester in die Schweiz gereist. Auch Jamie Peet, der an den Drums für eine grossartige Stimmung im Publikum sorgte, kam direkt aus Amsterdam, und Sébastien Levanneur, der Bassist, aus Paris. Bob Lanzetti und Justin Stanton, Gitarrist und Keyboarder, waren neben Maz die einzigen aus der bekannten Band «Snarky Puppy», mit der sie bereits zweimal in Muri aufgetreten sind.

Das Publikum im fast vollen Konzertlokal schien von Maz’ Aufregung nicht viel mitbekommen zu haben, denn der 34-jährige Sänger überspielte die Nervosität professionell mit seiner lockeren Art und vielen harmonischen Klängen. «They’re killing it!» (zu Deutsch: «Sie rocken es!»), lobte Maz seine Musiker später auf der Bühne. Auch die Grossmutter von Maz ist musikalisch begabt. Sie sei Sängerin und Pianistin, erklärte er in Muri. Und sein Cousin spiele Drums, Bass und Gitarre.

Bei der Frage, was Maz neben der Musik mache, lachte er und meinte: «Nichts, schlafen.» Danach erzählte er aber doch auch von seinen sportlichen Aktivitäten wie Frisbee und Skifahren (was er übrigens auch gerne in der Schweiz machen würde).

Die Songs der Band variierten sehr stark von ruhig und sanft, bis hin zu lauten Schlagzeugklängen und starkem, klaren Gesang. Die Zuschauer verfolgten die Musik gebannt, liessen sich aber packen und bewegten den Kopf im Takt. Besonders viel Stimmung brachte eines der letzten Lieder, das den Titel «Come On Sista» trägt.

Marlène Nogara, die Vizepräsidentin vom Stiftungsrat Muri Kultur und Zuhörerin am Abend, lobte Mike Mahers differenzierten Gesang sehr. Er kann Songs mit einer weichen Stimme interpretieren, sich aber auch mit einer harten «Rock-Röhre» musikalisch ausdrücken. Marlis Köpfli, einer weiteren Zuhörerin, gefielen besonders die Emotionen, die der Sänger in seinen Liedern zeigte sowie das Gemisch aus Jazz, Blues, Rock und Funk. Alles in allem also ein gelungener, musikalischer Abend mit Super-Musikern und viel Begeisterung im Publikum.

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