Normalerweise sieht man sie nur am klaren Nachthimmel. Für einmal leuchteten jedoch in der ganzen Schweiz eine Million Sterne – und zwar auf dem Boden. Auch in Muri vor dem Eingang des Kreisspitals waren vergangenen Samstag 200 davon zu sehen. Viele Patienten erfreuten sich am Sternenmeer von ihren Zimmern aus.

Wenn man aber genauer hinschaute, entpuppten sich die Leuchtkörper als kleine Lichter, die als Ganzes einen grossen Stern formten. Die Lichter sind Teil der Aktion «Eine Million Sterne» der Organisation Caritas. Sie soll ein leuchtendes Zeichen sein für eine solidarische Schweiz, die sich am Wohl der Schwachen misst. «Wir wollen auch in Muri ein bisschen Licht und Wärme in die Welt bringen», erklärte Elisabeth Aeberli, Spitalseelsorgerin und Organisatorin des Anlasses in Muri. Jeder Interessierte durfte ein eigenes Licht anzünden, sich mit Punsch und Lebkuchen verköstigen, sich der Armen besinnen und die besinnliche Atmosphäre geniessen.

Spenden in Jackentasche gesammelt

Natürlich wurde auch der eine oder andere Batzen für einen guten Zweck gespendet. Aeberli meinte aber: «Es ist primär aber ein geselliger Anlass und keine Spendenaktion.» Der Anlass fand in Muri schon zum dritten Mal statt. Vor vier Jahren wurde der Platz vor dem Coop regelrecht überflutet von interessierten Passanten. «Alle wollten etwas spenden. Aber wir hatten nichts vorbereitet», erinnert sich Josef Stöckli, Helfer des Anlasses. Er habe dann das Geld zuerst in seinen Jackentaschen gesammelt und schliesslich eine Schachtel aufgetrieben. Dieses Jahr funktionierte es anders: Die Schachtel für Spenden stand in weiser Voraussicht schon bereit.

Caritas hilft mit dem Erlös armen Familien in der Schweiz. Auch hier leben über 260 000 arme Kinder in benachteiligten Familien. «Caritas ist eine sehr aktive Organisation. Ihre Arbeit macht Sinn», sagte Aeberli.

Gestartet wurde das Projekt «Eine Million Sterne» vor neun Jahren am Tag der Menschenrechte in Bern. Aeberli und ihren Kollegen gefiel die Idee. «Wir wollten auch hier in Muri ein Zeichen setzen», sagte die Seelsorgerin. Natürlich ist es auch erlaubt, ganz privat ein Zeichen zu setzen und für Solidarität einzustehen. Dazu einfach eine Kerze anzünden, vielleicht wird daraus ja auch ein Stern entstehen.