Dottikon
Eine Klasse macht ein Theater, damit sie auf die Rigi fahren kann

Im Jahr 2015 läuft es für die Klasse 4a der Primarschule rund. Vor wenigen Monaten hat sie einen Plakatwettbewerb gewonnen und jetzt übt sie intensiv für ein Theater, das im November aufgeführt wird.

Verena Schmidtke
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Die Primarklasse 4a aus Dottikon probt intensiv ein Theater über den Stiefeliryter. Verena Schmidtke

Die Primarklasse 4a aus Dottikon probt intensiv ein Theater über den Stiefeliryter. Verena Schmidtke

Verena Schmidtke

Mit dem Preisgeld aus dem Plakatwettbewerb möchten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a auf den Rigi fahren. «Doch etwas Geld fehlt noch», sagt Klassenlehrerin Christina Meier-Brunner, «darum planen wir eine Theateraufführung und sind dafür bereits mitten in den Proben.» Die Schneider-Wülser-Stiftung, die Schulprojekte im Kanton Aargau fördert, unterstütze das Vorhaben, worüber sich die Klasse sehr freue.

Sagen sind Unterrichtsthema

Aufgeführt wird die berühmte Freiämter Sage vom Stiefeliryter. Da Sagen gerade im Unterricht durchgenommen wurden, sei das naheliegend gewesen, so Meier-Brunner, und der Stiefeliryter sei schliesslich die wohl bekannteste Sage hier in der Region. Die jungen Schauspieler haben der az ein paar Fragen dazu beantwortet. Gefällt ihnen die Sage überhaupt? Darauf antwortet Dragan, ihm gefalle die Geschichte recht gut. Und Marco fügt hinzu: «Die Leute können daraus etwas lernen.» Für Jamie-Lee war die Sage neu. Sie findet es spannend, etwas zu spielen, wovon sie vorher noch nichts gehört hatte. Silvan wiederum freut sich, dass die Klasse den Stiefelreiter aufführt, und findet auch, dass die Rollen gut verteilt seien. «Ich kannte die Geschichte nicht», sagt Sümeyye, «aber ich finde sie sehr spannend.» Tobias war der Stiefeliryter ein Begriff, dennoch las er die Erzählung auf dem Freiämter Sagenweg noch einmal nach.

Glauben die Schülerinnen und Schüler, dass es den Stiefeliryter wirklich gegeben hat? «Nein», tönt es fas unisono, «den gab es nicht.» Bei Sagen könne man das aber nie genau wissen, wirft Jamie-Lee ein. Auch Janik meint, dass bei Sagen ein Teil erfunden, ein anderer Teil wahr sei. «Es gab sicher Leute», so Vincenzo, «die andere geplagt haben.» Valentina glaubt zwar nicht an den Stiefeliryter, ist sich aber sicher, dass es die Orte gab. «Ich glaube schon, dass es den Stiefeliryter gab», erklärt hingegen Tobias. Für das Theaterstück setzte Christina Meier-Brunner die Sage in Dialogform um, Logopädin Marianne Brunner ist für alles Graphische und Genähte zuständig und Jacqueline Luzio kümmert sich um die Musik. Für Requisiten und Bühnentechnik sind die Schüler selber zuständig.

Böser Vogt mit grossen Stiefeln

In der Sage geht es um den hartherzigen, bösen Vogt des Klosters Muri, der die Leute drangsalierte und mehr nahm, als dem Kloster zustand. Den Namen Stiefeliryter erhielt er, weil er grosse, über die Knie reichende Stulpenstiefel trug und auf einem Schimmel ritt. Nach einem besonders hinterhältigen Betrug erhielt er die grausame Strafe. Für das grausige Ende des Stiefeliryters – er fiel nach einem Meineid tot vom Pferd – findet die Klasse 4a dann eine versöhnliche Lösung und lässt in das Stück auch Überlegungen einfliessen, wieso der Klostervogt ein böser Mensch werden konnte.

Aufführungen am 11. und 13. November, jeweils um 20 Uhr in der Aula des Schulhauses Hübel in Dottikon.