Muri
Eine Kirche mit Kreuz und ohne Güggel

Zum 60-Jahr-Jubiläum der reformierten Kirche Muri erfolgte der Spatenstich zur Renovation und Erweiterung

Cornelia Bisch
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Unter der Wiese des Kirchenvorplatzes werden die neuen Räume entstehen., Cornelia Bisch

Unter der Wiese des Kirchenvorplatzes werden die neuen Räume entstehen., Cornelia Bisch

Es sei ein ähnlicher Freudentag wie vor 60 Jahren bei der Einweihung der Kirche, sagte Kirchenpflegepräsidentin Heidi Schmid. «Beim neuen Projekt geht es um den Erhalt und die Pflege des gelungenen Baus. Es sollen warme, helle Räume entstehen, die für alle zugänglich sind.» Räume für Begegnungen, Unterricht und Gespräche.»

Geräumig und barrierefrei

«Die Kirche wurde so klug an den Hang gebaut, dass sie von Anfang an rollstuhlgängig war», erklärte Pfarrerin Bettina Lukoschus. Gehbehinderte konnten die Räume im Untergeschoss von aussen über einen separaten Weg und Eingang betreten, den Kirchenraum über den Seiteneingang. Mit den anstehenden Renovationen soll nun die völlige Barrierefreiheit gewährleistet werden durch den Einbau eines Lifts und einer Behindertentoilette. Die Räume im Untergeschoss, darunter die Küche, werden erweitert, auch eine neue Toilettenanlage ist geplant. Ebenfalls werden ein zusätzlicher Besprechungs-, ein Stau- und ein Archivraum gebaut. Das Foyer wird zum grosszügigen, wohnlichen Begegnungsort. «Weder Lift noch Erweiterungsbau werden das äussere Erscheinungsbild verändern», so Lukoschus, eine wesentliche Auflage an die Planer des Architekturbüros Kamm aus Zug. In einem weiteren Schritt werden energetische Dämmmassnahmen an Decke und Boden vorgenommen sowie das Lichtkonzept im gesamten Haus erneuert. Die Ölheizung im Pfarrhaus wird durch eine Pelletsanlage ersetzt. «In der Kirche, die ja nur zu bestimmten Zeiten beheizt werden muss, bleibt eine effiziente Elektroheizung bestehen», führte die Pfarrerin aus. Über eine intelligente Steuerung lassen sich die Systeme optimal betreiben. Der Umbau wird rund 2,5 Millionen Franken kosten und in einem Jahr fertiggestellt sein.

Wo ist der Güggel?

Die reformierte Kirche Muri wurde am 2. Oktober 1955 feierlich eingeweiht. Eine Fotodokumentation aus dem Archiv Stenz zeigte am Jubiläumstag die eindrückliche Einweihungs-Prozession mit viel Volk und prominenten Gästen, unter denen sich auch Vertreter der katholischen Kirche befanden. «Wir hatten von Anfang an ein sehr gutes Einvernehmen mit der katholischen Kirche», betonte Bettina Lukoschus. Ein Zeichen dafür könnte auch das Anbringen eines Kreuzes auf der Turmspitze gewesen sein, anstelle des sonst üblichen Hahns. «Aber das wurde nie so genau geklärt.»

Bettina Lukoschus liebt die Murianer Kirche, in der sie bereits seit 23 Jahren als Pfarrerin tätig ist. «Sie ist nicht zu gross und nicht zu klein. Ich fühle mich immer sehr wohl darin.» Das Jubiläum wurde mit einem Festgottesdienst und Mittagessen begangen sowie mit dem Spatenstich, an dem Dekan Philipp Nanz aus Lenzburg und Hans Rösch von der Landeskirche Aargau Glück- und Segenswünsche überbrachten.

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