Wohlen
Eine Eisenbahn, die garantiert unfallfrei fährt

Der Freiämter Amateur-Eisenbahn-Club lädt am Wochenende zu zwei Tagen der offenen Tür ein

JÖRG BAUMANN
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Der Hauselektriker und -mechaniker Fredi Galli (links) und der Klubpräsident Armin Meier vor dem Bahnhof Wohlen und einer Komposition der Wohlen-Meisterschwanden-Bahn. BA

Der Hauselektriker und -mechaniker Fredi Galli (links) und der Klubpräsident Armin Meier vor dem Bahnhof Wohlen und einer Komposition der Wohlen-Meisterschwanden-Bahn. BA

In Wohlen fährt die Eisenbahn unfallfrei ins Ziel – anders als die SBB, die in der letzten Zeit eine Pannenserie erlebte. Modernste Steuerungstechnik machts möglich. Die Mitglieder des Freiämter Amateur-Eisenbahn-Clubs müssen sich nicht in allererster Linie um die Sicherheit auf den Bahngeleisen kümmern, sondern können sich auf den weiteren Ausbau der grössten Modelleisenbahnanlage im Freiamt konzentrieren. Am Wochenende lädt der Club die Bevölkerung zum traditionellen Tag der offenen Tür ein.

Jedes Klubmitglied könnte seine eigene Geschichte erzählen, wie er Modelleisenbahner wurde. «Ich kam durch einen Patienten 1989 zum Club», erzählt der Klubpräsident und Zahnarzt Armin Meier. «Als Kind spielte ich mit einer Märklin-Eisenbahn. Diese konnte ich jeweils für ein paar Stunden in der Sonntagsstube aufstellen, musste sie dann aber wieder versorgen.» Bei den Modelleisenbahnern fand Meier eine Freizeitbeschäftigung, die ihn zugleich begeistert und fordert. «Die Grundfertigkeiten brachte ich als Zahnarzt bereits mit. Denn in meinem Beruf bin ich es gewohnt, auf engstem Raum auf den Millimeter genau zu arbeiten», sagt Meier. Das eisenbahnspezifische Know-how brachten ihm mit der Zeit seine Kollegen im Club bei.

Wohler Bahnhof im Modell

Im Clubhaus hinter der Bleichi in Wohlen, das die Modelleisenbahner selber bauten, begegnen sich mehrere Zeitalter der Eisenbahngeschichte. Den Lokalkolorit brachte das älteste Klubmitglied auf die Anlage: Paul Deboni (85), seinerzeit Klärmeister in Wohlen. Er baute in Tausenden von Stunden den Bahnhof Wohlen detailgetreu nach – noch mit dem früher bestehenden Bahnhofkiosk, vor dem die Reisenden flanieren, und dem alten Bahnhof-WC-Häuschen. Fredi Galli, Hauselektriker und -mechaniker im Club und mit 72 Jahren eines der älteren Mitglieder, weist darauf hin, dass Deboni sogar die WC-Schüsseln im Häuschen massstabgetreu nachgebaut hat. Auf dem Bahnhof fährt gerade die Wohlen-Meisterschwanden-Bahn ein, die 1997 ihren Betrieb einstellte. Auch das Hotel Sternen, das Haus am Chilerain, wo Deboni wohnt, die inzwischen abgebrochene Neumühle Kuhn in Wohlen und das Jura-Zementwerk in Wildegg baute Altmeister Paul Deboni detailgetreu nach.

Hälfte der Strecke in Tunnels

Die Anlage bietet alles, was das Herz begehrt: von der Furka-Dampfeisenbahn bis zum modernen IC-Neigezug der SBB. Der grösste Teil des umfangreichen Rollmaterials gehört indessen den Klubmitgliedern selber. «Der Club besitzt nur den kleinsten Teil», weiss Armin Meier. «Die Hälfte der Bahnstrecke ist unterirdisch in Tunnels angelegt. So können wir gar nicht ‹auf Sicht› fahren, sondern müssen uns auf die automatisierte Zugssteuerung verlassen können.»

Meier will zwar kein Drama daraus machen, dass der Club in den letzten Jahren einige Mitglieder verloren hat. Aber man merkt trotzdem, dass ihn das beschäftigt. «Wir hoffen, dass wir am Tag der offenen Tür ein paar neue Modelleisenbahnfreunde dazugewinnen können», sagt er. Dafür, dass die Besucher nicht darben müssen, hat Fredi Galli vorgesorgt. «Ich habe die Getränke und die Grilladen bestellt. Wenn der Vorrat nicht reicht, bestellen wir einfach nach.»

Der Tag der offenen Tür findet im Klubhaus hinter der Bleichi Wohlen am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr statt.

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