Das eine Sprichwort besagt, dass die Mühlen des Gesetzes langsam mahlen. Das andere, dass der Frömmste nicht im Frieden leben kann, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Beide Lebensweisheiten zusammengemischt, ergeben die Suppe, die der Gemeinderat von Arni, angeführt vom unentwegten Ammann Heinz Pfister, seit bald 15 Jahren auszulöffeln versucht.

Das Gesamtkonzept für ein Dorfzentrum in Arni datiert vom 14. März 2003. Zwei Jahre später bewilligten die Einwohner des 1870-Seelen-Dorfes einen Kredit zur Entwicklung eines Nutzungskonzeptes für die Gemeindescheune.

Die Gemeindescheune, an der Ecke Zürcherstrasse/Hedingerstrasse gelegen, ist das zentrale Element in der Planung des Gemeinderates. In enger Zusammenarbeit mit den Fachstellen des Kantons und befeuert durch einen Architekturwettbewerb wurde 2013 auf den betreffenden Parzellen ein Gebäudekomplex entworfen, der gleich mehrere Bedingungen erfüllt:

Er bietet Räumlichkeiten für die Bibliothek und den Mittagstisch sowie einen Multifunktionsraum für gut 100 Personen. Zugleich bildet die neue Gemeindescheune gegen Osten den Abschluss des neuen Dorfzentrums, das dereinst einmal an der Ecke Kelleramtstrasse/Steindlerstrasse beginnen wird.

Mehr Geld in die Gemeindekasse

Am Eingang zu diesem Dorfzentrum soll ein grosses Haus gebaut werden, das im Parterre den Volg beherbergen wird und in dessen Obergeschossen aktuell noch zehn Alterswohnungen eingeplant sind. «Durch diesen Wohn- und Gewerberaum würden wir gut drei Steuerprozente gewinnen», freut sich Gemeindeammann Pfister.

Er, der sich im Februar 2017 vehement gegen den Finanzausgleich gewehrt hatte, weil er die finanziellen Einbussen für seine Gemeinde hat kommen sehen, sieht nun eine Chance, die verlorenen Steuereinnahmen durch die Schaffung des neuen Wohnraums im Zentrum wieder auszugleichen.

Der Gestaltungsplan für und um die Gemeindescheune ist nur einer von vier solchen Plänen, die im Laufe der kommenden Jahre dazu beitragen sollen, die Lebensqualität und das Ortsbild von Arni zu verbessern. Die ganze Planung basiert auf dem Auftrag, den der Souverän der Gemeinde schon 2009 erteilt hat.

Dabei ging es darum, einen Sondernutzungsplan zu erstellen, der dafür sorgte, dass künftige Bauten fest definierte Ziele verfolgten. Dazu gehören die Qualität der Gestaltung, eine dichtere Ausnutzung, die koordinierte Erschliessung der einbezogenen Parzellen, eine optimale Abstimmung mit dem Ortsbild und optimierte Freiraumgestaltung sowie Rechtssicherheit für die Parzellenbesitzer in Bezug auf mögliche Bauten unter Wertvermehrung des einbezogenen Baulandes.

Diese vermeintliche Quadratur des Kreises haben die Planer in Arni tatsächlich erreicht. Mit der Annahme des aktuell aufliegenden teilrevidierten Gestaltungsplanes «Dorfkern Arni» sagt die Gemeinde Ja zum ersten Schritt in die gestalterische Zukunft ihres Dorfes.

Heinz Pfister weiss, dass nicht nur der Kanton Schuld daran trägt, dass die Umsetzung der Gestaltungspläne noch nicht weiter gediehen ist. Er wird auch in den nächsten Jahren noch viele Sträusse auszufechten haben mit Leuten, die sogar ihre eigenen Vorteile nicht sehen können.

«Nicht zuletzt deshalb habe ich mich nochmals als Gemeindeammann zur Wahl gestellt. Ich konnte all die Arbeit der vergangenen Jahre nicht einfach schlittern lassen.» Wenn alles rund läuft, kann Pfister vielleicht in ein paar Jahren in der Gartenbeiz des geplanten Restaurants im Dorfkern mit seinen zufriedenen Arnern auf die Zukunft anstossen.