Steuerfuss und Gemeindebudget 2011 werden das Hauptthema der Gemeindeversammlung vom 26. November sein. Gemeindeammann Stefan Bossard erläuterte die Hintergründe der geplanten, markanten Erhöhung des Steuersatzes. «Unser Haushalt muss wieder fit werden», gab Bossard zu verstehen. Im Gemeindebudget 2011 fehlten Einnahmen von 2,6 Millionen Franken. 2 Millionen dieses «Lochs» sollen durch die Steuererhöhung gestopft werden. Die restlichen 600000 Franken müsse man als Mehraufwand verbuchen.

Als Ursache der angespannten Finanzsituation führte Stefan Bossard zusätzliche Ausgaben im Umfang von 1,3 Millionen Franken ins Feld. Dies für ambulante Angebote, Sonderschulen und Wohnheime, für die stationäre Grundversorgung gemäss Krankenversicherungsgesetz, für die Pflegefinanzierung, den öffentlichen Verkehr, für Besoldungsanteile der Lehrerschaft und anderes mehr. «Vor allem die vom Kanton an die Gemeinden delegierten Zusatzkosten machen Berikon das Leben schwer», teilte Bossard mit. Hinzu kämen zusätzliche Abschreibungen im Umfang von mehr als 400000 Franken sowie ein unerwartet deutlicher Rückgang der Steuereinnahmen. «Der Weg zu einem vernünftigen Budget muss leider über eine deutliche Steuererhöhrung führen.»

Von Verständnis bis Ablehnung

Die Reaktionen auf die beabsichtigte happige Steuererhöhung fielen sehr unterschiedlich aus. Sie reichten von vollem Verständnis bis zu Ablehnung. Es sei unverständlich, weshalb trotz jahrelanger Finanzplanung plötzlich 2 Millionen fehlten, meinte ein Teilnehmer. Mehrere Personen forderten den Gemeinderat auf, die ständige Kostenabwälzung des Kantons nicht klaglos hinzunehmen, zumal diese Umverteilung als kostenneutrale Verschiebung angepriesen worden sei. Auch wurde die Befürchtung laut, sehr gute Beriker Steuerzahler könnten abwandern. Erwähnt wurde weiter, dass eine massive Steuerhöhung auf alle Beriker abschreckend wirke: «Wenn eine Erhöhung, dann bitte eine sanftere.»

Der Steuerfuss sei nicht das Mass aller Dinge, betonte ein anderer Teilnehmer. Gemäss Umfragen nehme der Steuerfuss bloss Rang 7 auf der Skala der Wichtigkeit ein, weit hinter der Wohnqualität, der Dorf-Infrastruktur und lokalen Naturwerten. Bei der früheren Senkung des Satzes auf 77 % habe man ausführlich über eine Anhebung des Fusses in schlechteren Zeiten diskutiert, betonten zwei Beriker. Jetzt sei es so weit, trotz umsichtiger Arbeit im Gemeinderat.