Muri

Eine Bereicherung für die Pflegi Muri: Jacky zaubert ein Lächeln ins Gesicht

Hannes Scherer und seine Rottweilerhündin Jacky besuchen in der Pflegi Johanna Burgener, die sich jeweils sehr auf den Besuch freut. ES

Hannes Scherer und seine Rottweilerhündin Jacky besuchen in der Pflegi Johanna Burgener, die sich jeweils sehr auf den Besuch freut. ES

Hannes Scherer macht mit seiner Rottweilerhündin regelmässig Besuche in der Pflegi

Johanna Burgener ist die Ausnahme: Bei ihr darf Jacky, die Rottweilerhündin von Hannes Scherer, sogar aufs Bett. Die Bremgarterin lebt in der Pflegi in Muri und freut sich jedes Mal auf den Besuch der beiden. Die Hündin legt sich jeweils artig auf die ausgebreitete Decke und lässt sich gerne streicheln. Jacky ist eine ausgebildete Therapiehündin, Scherer ein freiwilliger Helfer, der mit ihr die entsprechende Ausbildung absolviert hat und regelmässig Besuche in der Pflegeinstitution macht. Für Frau Burgener ist der Besuch doppelt schön: Ihr Sohn Willi und die Schwiegertochter Rita besitzen auch einen Rottweiler.

Auf der sicheren Seite

Bis ein Hund als Therapiehund zugelassen wird, braucht es viel. Das hat Scherer nach dem Eignungstest beim Schäferhundeclub Schweiz erfahren. Neben Grundgehorsam und Alltagsübungen gehören beispielsweise ruhiges Verhalten bei lauten Geräuschen oder ungewohnten Handlungen, das Gehen am Rollstuhl oder langsames Treppensteigen dazu. Auch der manchmal ungestüme Umgang von Kindern wird geübt.

Sorgt für gute Stimmung: Therapiehund Jacky auf Tour

Sorgt für gute Stimmung: Therapiehund Jacky auf Tour

«Man muss absolut sicher sein können, dass der Hund in keiner Situation Menschen schnappt oder beisst», unterstreicht Scherer, der viel Zeit nicht nur in die Ausbildung investiert hat, sondern auch mit seiner Hündin verbringt. Die anspruchsvolle Abschlussprüfung ist schliesslich die Bestätigung, dass der Hund oder die Hündin die gestellten Aufgaben schafft. Jährlich werden das Können und Verhalten des Tiers überprüft. Das ist Voraussetzung dafür, dass der Ausweis als Therapiehundeführer erneuert wird. «Rottweiler sind gradlinig und haben einen festen Charakter», betont Scherer, der eher schlechte Ruf dieser Rasse sei unbegründet und vor allem durch die Medien geschürt.

Gern gesehen

Jacky ist eine Hündin, die Menschen gegenüber sehr zutraulich ist und sich gerne streicheln lässt. Das erlebt in der Pflegi beispielsweise auch Hermann Albrecht. Er sitzt im Rollstuhl und hat manchmal etwas Mühe, sich auszudrücken. Aber die Freude, die ihm beim Besuch von Jacky ins Gesicht geschrieben steht, verlangt nicht nach Worten. Jacky geht freudig in sein Zimmer, kaum wird die Tür geöffnet, und setzt sich neben den Rollstuhl, legt auch schon mal die Pfote auf den Oberschenkel von Albrecht und lässt sich kraulen. Beim Gang durch die Pflegi sind Scherer und Jacky gerne gesehen. Die meisten sind dem Gespann schon begegnet. Im Lift erinnert sich eine Frau nicht mehr an die Namen und sagt einfach: «Ach ja, Sie sind der Herr Therapiehund.» Nur selten weicht jemand dem Hund aus, weil er vielleicht einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat oder Hunden gegenüber allgemein reserviert ist. «Das akzeptiere ich selbstverständlich», sagt Scherer und muss schon wieder stehen bleiben, weil jemand Jacky streicheln und ein paar Worte wechseln will.

Auch Jacky geniesst es

Für Scherer sind die Besuche in der Pflegi bereichernd, allerdings nicht finanziell, denn sein Einsatz ist ein Frondienst, den er auch gerne bei einigen Privatpersonen leistet. Er kann damit nicht nur Freude bereiten, sondern so als Mitglied des Schweizer Rottweiler-Clubs, Regionalgruppe Zürich, auch aktiv mit seiner Hündin arbeiten. «Zudem stelle ich fest, dass die Touren durch die Pflegi auch Jacky gefallen.» Wen wunderts: In einem Gang sitzen einige Pensionäre zusammen, und die Hündin wird, als sie auftaucht, sogleich freudig in die Runde genommen. Alle wollen sie streicheln, das Gespräch dreht sich sofort um Hunde und Tiere, einige erinnern sich an eigene Haustiere, andere geniessen einfach das weiche Fell von Jacky. Die Hündin selber lässt sich das offensichtlich gerne gefallen. «Es ist immer wieder schön, zu erleben, wie Jacky die Menschen aufmuntert», fasst Scherer den Lohn seines Engagements zusammen.

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