Eine ausgezeichnete Idee: Heizen mit Villmerger Holz

Adrienne und Thomas Müller aus Villmergen erhielten am Samstag den Freiämter Holzpreis – sie setzen auf Holz und Sonnenkollektoren.

Verena Schmidtke
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Adrienne und Thomas Müller (rechts) freuen sich über den Preis, den sie von Stefan Staubli (links) und Thomas Frei vom Verein Holzenergie Freiamt erhielten.

Adrienne und Thomas Müller (rechts) freuen sich über den Preis, den sie von Stefan Staubli (links) und Thomas Frei vom Verein Holzenergie Freiamt erhielten.

Bild: Verena Schmidtke

Um kurz nach 10 Uhr schaute Lukas Frei, der Geschäftsführer des Vereins Holzenergie Freiamt, auf seine Uhr. «Einer fehlt noch», erklärte er der kleinen Runde und grinste verschmitzt. «Der Preis ist so massiv, den konnten wir nicht im Auto mitnehmen.» Schon fuhr ein Wagen mit Anhänger die Strasse hinauf. Die Ladung: jede Menge Holzscheite für den Ofen.

Ofenwärme nicht nur für das Wohnzimmer

Geliefert wurde der Preis vom Forstbetrieb Villmergen. Die Preisträger Adrienne und Thomas Müller wiesen dem Fahrer den Weg, damit er die Scheite direkt am Haus abladen konnte. Nach Vorstellung des Projektes übergab der Präsident von Holzenergie Freiamt, Stefan Staubli, dem sichtlich erfreuten Ehepaar zur Ladung Feuerholz noch eine Plakette sowie einen grossen Kerzenständer aus Holz. Den Preis kommentierte Staubli wie folgt: «Ausgezeichnet werden Objekte oder Personen, die sich im besonderen, klugen und nachahmenswertem Masse für die Förderung von Holzenergie eingesetzt haben.»

Bereits vor dem Einbau der Wohnraumfeuerung setzte das Ehepaar, nebst der Ölheizung, auf nachhaltige Energiegewinnung. Bei einem Rundgang zeigte Thomas Müller die Sonnenkollektoren, die auf dem Anbau des Hauses stehen. Lukas Frei wies darauf hin, dass das Haus, mit Baujahr um 1920, energetisch saniert wurde. So gelang es, den Energiebedarf zu halbieren. Doch dabei wollten es die Müllers nicht belassen. «Diesen Sommer hat sich das Ehepaar entschieden, die Ölheizung stillzulegen», erzählte Frei.

Ausgeklügelte Technik im Keller

Grundlage für das Vorhaben sei der massgefertigte Ofen, der vor acht Jahren in der Stube eingebaut worden sei. «Die Sonnenkollektoren werden neu durch eine Wärmepumpe unterstützt. Zudem wird die Vorarbeit beim Ofeneinbau genutzt und der bereits vorhandene Absorber an das Heizsystem angeschlossen», erläuterte Frei. Der Vorteil dieses Projektes sei, dass die Wohnraumfeuerung nicht nur das Wohnzimmer heize, sondern das gesamte Haus mit Wärme versorge. Ein Teil der Energie werde an das Wassersystem abgegeben. Der grosse Wasserspeicher im Keller vereinige die Wärme der Kollektoren, der Holzheizung und der Wärmepumpe. «Die Sonnenkollektoren liefern Energie, sobald es die Witterung zulässt, die Holzfeuerung, sobald der Ofen eingefeuert wird, die Wärmepumpe erledigt automatisch den Rest», erläuterte Frei die Funktionsweise. Auf dem Rundgang konnte die kleine Besuchergruppe die Anlage im Keller selbst in Augenschein nehmen. Thomas Müller versäumte nicht, auf die diversen Handwerker hinzuweisen, die das Projekt tatkräftig begleitet haben. Dazu merkte Lukas Frei an: «Vielfalt macht die Stube warm.»

Heizen mit Holz – mehr als nur Behaglichkeit

Damit zeigt das Projekt, dass ein Ofen mehr als nur Behaglichkeit bietet. «Ein Haus mit Holz in Kombination mit Umgebungswärme zu beheizen, bedeutet Unabhängigkeit im wahrsten Sinne des Wortes», betonte Staubli. «Die Beschaffung der Energie aus den Wäldern oder der Luft vor der Haustüre ist ein gutes Gefühl.» Dadurch würden Ressourcen und Umwelt geschont. Zudem sei die Frage, wie der Ölpreis stehe, für Familie Müller nicht mehr relevant.

Das Projekt scheint für Adrienne und Thomas Müller, noch lange nicht zu Ende zu sein. Als Thomas Müller im Keller den alten Öltank zeigte, sagte er: «Ich überlege, ob daraus nicht eine schöne Zisterne für Regenwasser werden könnte.»