Im Grunde ist es eine Männer-WG mit Migrationshintergrund, die in der Asylunterkunft Rudolfstetten haust: Aadan, Abdi, Ali, Hassan, Idow, Khalif, Mahamed, Muiyadin und Nuur kochen, waschen und essen zusammen, schlafen auf engstem Raum nebeneinander. Die Gemeinde erfüllt mit der Unterbringung der zehn Männer einen Teil ihrer Aufnahmepflicht zur Beherbergung von Asylsuchenden.

Momentan muss Rudolfstetten mindestens zwölf Asylbewerber aufnehmen, zwei mehr als in der Unterkunft Platz finden. «Wir haben Wohnungen zugemietet und stellen diese jeweils zwei bis fünf Asylbewerbern zur Verfügung», sagt Gemeindeschreiber Urs Schuhmacher. Rudolfstetten verfüge schon sehr lange über diese Wohnungen.

Dass der Platz nun knapp wird, liegt daran, dass der Aufenthaltsstatus einer ganzen Familie wechselt. Die Familie darf vorerst in der Wohnung bleiben und die Gemeinde muss neuen Wohnraum auftreiben, sonst drohen Ersatzzahlungen ans Bundesamt für Migration. Ausserdem wächst die Einwohnerzahl von Rudolfstetten weiter an, was zusätzliche Unterbringungsplätze nach sich zieht.

In der Regel keine Probleme

«Die Suche nach privaten Wohnungen gestaltet sich sehr schwierig», so Schuhmacher. Deshalb ist die Gemeinde mit einem öffentlichen Aufruf an die Einwohner gelangt. Die Bedingungen für die gesuchte Wohnung sind recht bescheiden: Die Behausung muss beheizbar und dicht sein, Sanitäranlagen und eine Kochnische haben – die gängigen Mindestanforderungen an eine Mietwohnung. «Es ist klar, dass wir nicht eine Küche mit Steamer zur Verfügung stellen müssen», so der Gemeindeschreiber, «es geht lediglich darum, unsere Aufnahmepflicht zu erfüllen.»

Schuhmacher hat zwar Verständnis für die Zurückhaltung der Vermieter, es sei in privaten Asylunterkünften auch schon zu Polizeieinsätzen gekommen, doch sei das äusserst selten. Grund für die Einsätze waren innerfamiliäre Probleme oder verbale Auseinandersetzungen. In den letzten drei Jahren sei kein Polizei-Einsatz mehr vorgekommen. Falls keine Wohnung gefunden werden kann, entscheidet der Gemeinderat Mitte September, wie er weiter vorgehen will. «Ersatzzahlungen sind eine Option», so Schuhmacher.