Wohlen

Eine Abschlussfeier wie keine zuvor: «Spezielle Zeiten erfordern spezielle Massnahmen»

Mit Schutzmassnahmen und Livestream feierte die Kantonsschule Wohlen ihre Absolventen.

Das Coronavirus hat ihre letzten Schulwochen und die Abschlussprüfungen erschwert, ihre Maturapartys sind ausgefallen und auch das berühmte «Uselüte» konnte in diesem Jahr nicht stattfinden. Doch eine Abschlussfeier, die sie gebührend verabschiedete, liessen sich die diesjährigen Absolventinnen und Absolventen der Kantonsschule Wohlen nicht nehmen. 240 waren es, die am vergangenen Samstag ihre Fachmittelschulausweise, ihre Fachmaturitäts- und ihre Maturitätsausweise entgegennehmen durften.

Aus elf Feiern wurden sechs

«Spezielle Zeiten erfordern spezielle Massnahmen», verkündete Rektor Matthias Angst zu Beginn. Dementsprechend wurde die Abschlussfeier in diesem Jahr aufgrund der Schutzmassnahmen auch etwas anders abgehalten als bisher. Die geplanten elf Feiern wurden auf sechs reduziert und fanden im Halbstundentakt nacheinander statt. Alle Absolventen durften nur zwei Begleitpersonen mitbringen und für diejenigen, die zu Hause bleiben mussten, wurden die Feiern mit einem Livestream auf YouTube übertragen.  

Auch für die Zeugnisübergabe musste eine Alternative her. «Wir konnten die Couverts nicht mit Handschlag überreichen», erklärt Matthias Angst. So holten die aufgerufene Schülerinnen und Schüler ihre Ausweise einzeln vom grossen Tisch vor der Bühne ab.

Grosse Couverts und keine Pannen

Einige Sachen konnten trotz spezieller Umstände beibehalten werden: Maturanden mit einem Notendurchschnitt von 5.3 oder besser erhielten ein grosses Couvert mit einer Empfehlung zur Aufnahme in die Schweizerische Studienstiftung. Auch der Kiwanis-Club Lindenberg durfte in diesem Jahr die beste Matur auszeichnen. Mit 22.5 Saldopunkten und einem Notendurchschnitt von 5.7, hat Anna Iten aus Wohlen den höchsten Zeugniswert des ganzen Jahrgangs erzielt und durfte den 22. Kiwanis-Preis entgegennehmen.

Für Unterhaltung sorgten auch in diesem Jahr die Schülerinnen und Schüler mit der Kantiband, dem Orchester oder als Duo. Und mit seiner Gastrede brachte Slam-Poet Dominik Muheim das Publikum zum Lachen.

Rektor Matthias Angst war froh, dass der Anlass von Unterbrechungen verschont blieb. «Wir hatten keine Pannen und waren perfekt im Zeitplan.» Auch der Livestream funktionierte problemlos. «Es schauen sogar Leute zu und jemand hat kommentiert, dass es sehr cool sei», freute sich Leon Schwitter, der mit Stefan Tschumi für die Übertagung verantwortlich war.

«Kurz und knapp, aber tiptop»

Über die gelungene Feier freuten sich vor allem die jetzt ehemaligen Schülerinnen und Schüler. «Es war kurz und knapp, aber tiptop», sagte Nico Schnurrenberger. Seine Kollegen Lars Wittwer und Ramon Seiler stimmten ihm zu. «Wir hatten ja auch noch nie eine Maturfeier miterlebt, deshalb war es für uns gar nicht so speziell», so Wittwer. Alle drei waren sich einig, dass sie die Feier vermisst hätten, wenn sie ausgefallen wäre – ganz anders als bei den Prüfungen.

Es sei ein verwirrendes Jahr gewesen, erzählte Dominik Muheim. Umso mehr könnten die diesjährigen Absolventen stolz auf sich sein: «Ihr habt es geschafft, und ihr könnt Geschichten davon erzählen.»

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