Widen

Eine abenteuerliche Reise mit Jugendlichen: «Der kleine Prinz» bringt Aktuelles auf die Bühne

Das Jugendtheater Widen hat das Buch von Antoine de Saint-Exupéry als Inspiration für eine interessante Eigenproduktion genutzt. Am Freitag ist Premiere.

Das Jugendtheater Widen probt eifrig für die Premiere am 15. November: «Der kleine Prinz» wird die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine besondere Reise mitnehmen. Über der Wüste ist ein Pilot in seinem kleinen Flugzeug unterwegs. Plötzlich beginnt der Motor zu stottern, die Maschine gerät ins Trudeln. Der Pilot verliert die Kontrolle über die Maschine, er stürzt ab und verliert das Bewusstsein. Als er wieder erwacht, steht vor ihm der kleine Prinz und verlangt: «Mal mir ein Schaf.»

So weit dürfte vielen die Geschichte bekannt sein, die seit Jahrzehnten Kinder und Erwachsene verzaubert. Das Jugendtheater hat in seiner Eigenproduktion zudem Szenen in die Handlung integriert, die gerade Jugendlichen ein wenig aus ihrem eigenen Alltag kennen könnten.

Druck in der Schule und in den sozialen Medien

Ein junges Mädchen lernt mit ihren Schulkolleginnen für eine Prüfung. «Ich muss die Prüfung schaffen», betont sie, «allein schon wegen der Eltern.» Die stehen im Hintergrund und sagen Sätze wie: «Enttäusch uns nicht! Wir wollen doch nur, dein Bestes. Schon dein Grossvater hat studiert.»

Auch die Lehrerin stellt vor der Prüfung klar: «Wir suchen hier die Elite von morgen.» Bei so viel Druck kann eine einfache Frage zum Desaster werden. «Aber das sollten wir doch gar nicht lernen», ruft das Mädchen verzweifelt, als sie nach den Farben der französischen Flagge gefragt wird.

Doch nicht nur die Schule bereitet Probleme, Freundschaften können ebenfalls schwierig sein. In den sozialen Medien zählen häufig nur noch Klicks, das Mädchen und ihre Freundinnen stellen sich die Frage, ob Follower denn richtige Freunde seien.

«Uns ist es wichtig, dass die Stücke einen aktuellen Bezug haben», erläutert Regisseurin Evelyne Brader, «dieses hier handelt vom Erwachsenwerden und von Freundschaft. Es richtet sich vielleicht eher an Oberstufenschüler, aber auch für die jüngeren ist viel Sehenswertes dabei. Sicher werden auch Erwachsene ihre Freude am Stück haben.»

Spielerinnen und Spieler mit einbezogen

Zum Entschluss, den «Kleinen Prinzen» aufzuführen, sei es im Januar gekommen. Da der Autor Antoine de Saint-Exupéry vor mehr als 70 Jahren starb, seien die Rechte am Buch nun frei. «Also habe ich mich von dem Buch für unsere Eigenproduktion inspirieren lassen», so die Regisseurin.

Zum Entstehungsprozess gehöre, die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler im Alter von 7 bis 17 mit einzubeziehen, ihre Ideen und Wünsche in das Stück einzuarbeiten. «Dann folgten intensive Schreibwochen, es war ein sehr kreativer Prozess. Seit den Herbstferien lernen Jugendlichen ihre Texte.» Zum Theater gehören auch Technik, Licht, Ton und Kostüme. Es sei spannend, wie sich ein alter Lampenschirm in ein edles Gewand für eine Königin verwandeln könne. «Wir sind eine grosse, glückliche Theaterfamilie, jeder denkt mit.»

Der Pilot hat inzwischen Kontakt zu dem lernenden Mädchen aufgenommen, er erzählt ihr von seinem Zusammentreffen mit dem kleinen Prinzen. Dieser sei mutig gewesen, auf seinen Reisen habe er ganz unterschiedliche Leute kennen gelernt.

Und er habe die Fähigkeit besessen, das Wesentliche mit dem Herzen statt mit den Augen zu sehen. «Sei mutig, komm mit», lädt der Pilot das Mädchen auf eine Reise ein. Was sie dabei erleben, das zeigt die Premiere am 15. November.

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