Wohlen
Eine 55-jährige Erfolgsgeschichte: Die Siedlung an der Bünz feiert Jubiläum

Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft «Bünz» feiert in diesem Jahr ihr Jubiläum. Mit dem Ziel, günstigen Wohnraum in der Gemeinde zu schaffen, wurde die Genossenschaft 1961 gegründet.

Timea Hunkeler
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Die Siedlung an der Bünz ist seit 55 Jahren beliebt: Sie bietet den Bewohnern unter anderem eine idyllische Umgebung zu einem günstigen Preis. Nora Güdemann

Die Siedlung an der Bünz ist seit 55 Jahren beliebt: Sie bietet den Bewohnern unter anderem eine idyllische Umgebung zu einem günstigen Preis. Nora Güdemann

Nora Güdemann

Genau 55 Jahre ist es her, seit zehn Visionäre aus Wohlen ihre Idee verwirklichten: Sie wollten günstigen Wohnraum in der Gemeinde schaffen. 1961 gründeten sie die Bau- und Siedlungsgenossenschaft «Bünz», 1962 folgte die erste Generalversammlung. Am 1. April 1966 konnten die ersten Wohnungen, damals 36 Stück, bezogen werden.

«Zur selben Zeit befasste man sich bereits wieder mit der Erweiterung der Überbauung. Die Finanzierung war damals aber äusserst problematisch», erklärt Marcel Muntwyler, jetziger Präsident der Genossenschaft. Versicherungen, ortsansässige Banken sowie Genossenschafter sorgten jedoch dafür, dass die finanziellen Mittel zur Verfügung standen.

Weniger Familien als früher

«Im Gegensatz zu früher steht die Genossenschaft heute auf sehr gesunden Beinen», sagt Muntwyler. Was sich jedoch verändert hat, sind die Mieter. «Leider gibt es heute immer weniger Familien. Auffällig ist, dass immer mehr alleinerziehende Frauen oder geschiedene Männer sich für die Wohnungen interessieren.»

Dies sei schade, denn die Infrastrukturen für Familien wären ideal. «In den 70er-Jahren waren beispielsweise in einem einzigen Block 36 Kinder untergebracht, nun sind es in der ganzen Siedlung nicht mehr so viele», beteuert der Präsident. Aktuell gebe es eine Warteliste mit 22 Interessenten.

Die Genossenschaft: Ortsbürger bestimmen mit

Das Initiativkomitee , bestehend aus Anton Lüthi (erster Präsident), Paul Meier, Max Piffaretti, Ernst Bolliger, Eduard Meier, Rudolf Röllin, Niklaus Meyer Robert Lüthy, Alfred Fischer und Alfred Meyer gründete im August 1961 die Bau- und Siedlungsgenossenschaft «Bünz» an der Turmstrasse in Wohlen. Die Ortsbürgergemeinde verkaufte ihnen in den «Obermatten» Land zu einem günstigen Preis. Heute sind 46 Personen, inklusive der Ortsbürgergemeinde, Genossenschafter. Ein fünfköpfiger Vorstand mit einem Ortsbürgervertreter leitet diese. Präsident ist seit 14 Jahren Marcel Muntwyler.

Bis im Jahr 1973 wurde auf 108 Wohnungen aufgestockt. Zusätzliche Einheiten seien nicht geplant. «Es wäre schlicht und einfach mit den jetzigen Verhältnissen nicht mehr zu bewältigen. Denn alle Vorstandsmitglieder sind berufstätig», erklärt Muntwyler. Bis Ende 2016 seien die Mieter für die Reinigungsarbeiten im Quartier zuständig gewesen, da die Genossenschaft über keinen vollamtlichen Hauswart verfüge.

Seit diesem Jahr werden die Aufgaben jedoch extern in Auftrag gegeben. «Allgemein bieten die Wohnungen den Bewohnern zu einem günstigen Mietzins eine idyllische Lage. Zudem können sich die Gartenfreunde auf 83 Aaren austoben, und für die jungen Siedlungsbewohner gibt es einen grossen Spielplatz», schwärmt der Präsident.

Grossinvestition geplant

«Für mich war es nicht selbstverständlich, damals die Wohnung zu bekommen», sagt Ruth Burkart. Die 70-Jährige wohnt bereits seit April 1973 in einer 41/2-Zimmer-Wohnung im Quartier. Sie kann sich ausserdem noch gut an diese Zeit erinnern: «Es gab sehr viele Familien mit Kindern. Das hat die Siedlung lebendig gemacht.»

Burkart gefällt besonders, dass der Vorstand der Bau- und Siedlungsgenossenschaft «Bünz» ständig bemüht ist, die Wohnungen und ihre Umgebung auf dem neuesten Stand zu halten. «Bald bekomme ich einen neuen Küchenboden», freut sie sich. «Es ist einfach einmalig hier.»

Als nächste Grossinvestition sei die Erweiterung der Balkone geplant, die im Herbst 2018 gebaut werden sollen. Mit einem Quartierfest am 12. August soll das 55-jährige Bestehen der Genossenschaft offiziell gefeiert werden. «Ein Dankeschön an alle Mieter der Siedlung», erklärt Muntwyler.