Ein zünftiges Eröffnungsfest ist für Frühling 2021 geplant

Die abgeschlossene Sanierung des Aussichtsturms auf dem Maiengrün wurde mit einem Pre-Opening für die Hauptsponsoren gefeiert.

Toni Widmer (Text und Bild)
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Urs Bosisio (v. l.), Marcel Geissmann und Stephan Nauer, der Präsident der Ortsbürgerkommission, eröffnen den sanierten Turm.

Urs Bosisio (v. l.), Marcel Geissmann und Stephan Nauer, der Präsident der Ortsbürgerkommission, eröffnen den sanierten Turm.

Fast hätte sie es geschafft. Als Barbara Klossner mit mächti- ger Stimme einen ersten Naturjuuz zum Besten gab, zeigte sich über dem Maiengrünturm kurz die Sonne. Doch kaum war Miss Helvetia (ihr Künstlername) wieder auf dem festen Boden angelangt, dominierte auf dem Hägglinger Hausberg wieder nasskalter Oktobernebel.

Gemeindeammann Urs Bosisio nahm es gelassen: «Freude herrscht», sagte er nicht, weil ihm keine andere als diese relativ abgedroschene Floskel eingefallen war. Freude herrscht über die gelungene Sanierung des 36 Meter hohen Aussichtsturms wirklich. Nicht nur bei den Einheimischen am Maien-grün, sondern auch bei vielen weiteren Freiämterinnen und Freiämtern.

Vor Ort war die Stimmung so gut, dass Miss Helvetia die Gäste nicht lange bitten musste, «Stägeli uf», den legendären Hit der Hägglinger Schmid-Schwestern, mitzusingen. Unter anderem mit dem Titel dieses Lieds hatte der Trägerverein Maiengrünturm erfolgreich um Sponsoren geworben.

Sponsorengelder reichen für Sanierung und Unterhalt

Gegen 800000 Franken sind insgesamt zusammengekommen. Das reicht für die Sanierung und den Unterhalt in den nächsten Jahren. «Für unseren Turm wurde viel Herzblut bewiesen», dankte Urs Bosisio auch als Präsident des Trägervereins der ganzen Region für die Unterstützung.

Speziell erwähnte er die zur Voreröffnung geladenen Hauptsponsoren, die sich mit Beträgen ab 10000 Franken am Projekt beteiligt haben sowie Marcel Geissmann, den Vertreter der bisherigen Besitzerfamilie. Sie hat den Turm den Hägglinger Ortsbürgern kostenlos überlassen. «Eigentlich», erklärte Bosisio, wäre für diesen Herbst ein zünftiges Eröffnungsfest geplant gewesen. Doch das haben wir auf Frühling 2021 verschoben.» Auch, aber nicht nur wegen Corona: «Es hat im Laufe der letzten Monate doch ein paar Überraschungen gegeben, die uns mit den Bauarbeiten etwas in Verzug gebracht haben», erklärte Franz Schaad. Der Hägglinger Vizeammann und Vizepräsident des Vereins Maiengrün hat das Turmprojekt geleitet. Ein aufwendiges, aber offenbar auch fitnessförderndes Unternehmen: «Ich weiss nicht, wie oft ich hier im Laufe der Sanierung s’Stägeli uf und ab gegangen bin», sagte er schmunzelnd.

2500m2 Folie, 18 Tonnen Sand, Tausende Schrauben

In einem kurzen Rückblick ging Schaad auf die Sanierung ein, mit der nach aufwendiger Planung am 30.März 2020 begonnen werden konnte. 2500m2 Folie für das Einpacken des Turms, 18 Tonnen Sand zum Sandstrahlen seien nötig gewesen, dazu hätten der Hägglin- ger Holzbauer und seine Mannschaft Tausende von Schrauben lösen und wieder montieren müssen, verriet er ein paar Details. Bei den Arbeiten habe man bestmögliche Rücksicht auf den Betrieb des Restaurants Maien-grün genommen, ge- wisse Beeinträchtigungen hät- ten sich jedoch trotz allem nicht vermeiden lassen. Weiter sei die Qualität der Arbeiten von Spezialisten laufend überwacht worden. Der Turm könne künftig absolut gefahrlos bestiegen werden, versicherte Schaad.

Marcel Geissmann erwähnte in seiner kurzen Rede vorerst seinen Grossvater Johann Huber, der 1889, nach dem Besuch der Weltausstellung in Paris, auf die Idee des Turmbaus gekommen war. «Er», sagte Geissmann, «hat sich dort vom Eiffelturm inspirieren lassen.» Seine Familie habe den Maiengrünturm während über 80 Jahren unterhalten. «Hätten wir das nicht getan, könnte er jetzt nicht der Nachwelt erhalten bleiben. Verantwortlich dafür sind aber vor allem auch die vielen Sponsoren, die sich an diesem Projekt beteiligt haben. Ihnen gebührt ein herzliches Dankeschön.»

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