Der Circus Monti geht neue Wege: Erstmals startet er am nächsten Freitag zur verkürzten Tournee, beschränkt auf neun Spielorte: Wohlen, Basel, Winterthur, Zürich, Bern, Solothurn, Wettingen, Luzern und Aarau.

Das neue Programm «tourbillon», was so viel wie Wirbelwind bedeutet, stehe sinnbildlich für das vergangene Jahr, sagt Zirkusdirektor Johannes Muntwyler. Oscar, die Hauptfigur des neuen Programms, wirbelt es durch eine kunterbunte, surreale Welt.

Der Tourbillon ist dabei ein wiederkehrendes Thema, wie auch das störende Element, das beim Helden einen Status-, Kontroll- und Sinnesverlust provoziert. Während er glaubt, einem selbst gewählten Weg zu folgen, lässt er sich ablenken und seine Neugierde spielt ihm einen Streich.

Daran zeigt sich aber auch, dass im Wohler Zirkus nicht alles geändert hat: Man setzt auf ein qualitativ hochwertiges Programm, das den Zuschauer mit auf eine Reise nimmt. Präsentiert wird nicht nur eine Aneinanderreihung von Nummern, sondern eine Geschichte, die sich durch den Abend zieht.

Ein gewollter Wirbelwind

«Das Programm ist das Herzstück des Zirkus, deshalb haben wir eher noch mehr darin investiert. Ansonsten haben wir aber alles hinterfragt, es ist kein Stein auf dem anderen geblieben», sagt Muntwyler.

«Anders als Oscar wurden wir nicht in den Wirbelsturm hineingezogen, sondern haben uns selbst dazu entschieden.» Es habe sich in den letzten 30 Jahren nie so viel verändert wie in den letzten Monaten. 

Verkürzte Saison für Circus Monti

Verkürzte Saison für Circus Monti

Der traditionsreiche Zirkus will sich für die Zukunft rüsten und setzt deshalb auf zwei neue Standbeine: Auf die Zeltvermietung und das Varieté im Winterquartier. «Im letzten Winter konnten wir erste Anlässe im Winterquartier durchführen, das hat uns noch zusätzlich bestärkt», sagt Muntwyler. 

Im kommenden Winter plane man erste öffentliche Anlässe, bisher waren diese geschlossenen Gesellschaften vorbehalten.

Vielfältig und international

Zurück zum Programm: Oscar, getrieben von ahnungsloser Neugierde, verändert sich im Laufe der Vorführung moralisch und körperlich, verraten Marie-Josée Guthier und Sylvain Lafortune. Die beiden Kanadier sind für das Konzept, die Regie und die Choreografie zuständig.

«Der Wirbelwind bezieht sich damit auch auf das Leben eines Menschen, das verändert wird. Wir hoffen, dass das Publikum bewegt wird», sagt Gauthier. Die Artisten zeichneten sich durch eine grosse Vielfalt an Talenten aus.

Das Programm ist zudem sehr international: Nebst den Schweizern sind Künstler aus Frankreich, den Vereinigten Staaten und Mexiko zu sehen. Gekonnt werden auch das Licht, das Orchester und die Kostüme eingesetzt.

Sie unterstreichen den Wandel von Oscar. «Wir haben auf ein diskretes Bühnenbild gesetzt, mit wenigen, aber sehr wichtigen Spots», verrät Muntwyler. Die Geschichte, die in einem Wartezimmer beginnt, feiert ihre Premiere am nächsten Freitag, 7. August.