Muri
Ein volles Haus und «Standing Ovations» zum Abschied

Der neue Ehrenbürger und abtretende Gemeindeammann Josef Etterlin hatte buchstäblich ein volles Haus zu seiner Verabschiedung. Die Stimmbürger sagten an der Versammlung Ja zum neuen Industriebus und zur Optimierung des Festsaals.

Eddy Schambron
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Vizeammann Hampi Budmiger (links) überreichte dem scheidenden Gemeindeammann Josef Etterlin verschiedene Geschenke und dankte auch dessen Partnerin Isabella Perazza für die Unterstützung. ES

Vizeammann Hampi Budmiger (links) überreichte dem scheidenden Gemeindeammann Josef Etterlin verschiedene Geschenke und dankte auch dessen Partnerin Isabella Perazza für die Unterstützung. ES

So etwas hat der abtretende Gemeindeammann Josef Etterlin noch nie erlebt: An der Einwohnergemeindeversammlung war es nötig, weitere Stühle herzuschaffen, damit alle 266 Stimmberechtigten Platz fanden.

Sie waren auch gekommen, um den langjährigen Ammann zu verabschieden und ihn zum Ehrenbürger zu ernennen. Sie taten das mit «Standing Ovations». Die Versammlung genehmigte alle Traktanden.

Tempo 30 kein wirkliches Thema

Das Budget 2014 war nicht grundsätzlich bestritten, aber die 70 000 Franken für die Einführung von Tempo 30 in den Gebieten Süd und West gaben zu reden – an der Versammlung allerdings nur kurz.

Ernst Meier stellte im Namen von 36 Mitunterzeichnern den Antrag, diesen Budgetposten zu streichen. Er erinnerte daran, dass 2006 Tempo 30 vom Murianer Souverän klar abgelehnt worden sei.

Das Vorgehen des Gemeinderates sei mit einem Gemeinderatsentscheid «versorgt im Budget» nicht demokratisch. Besonders störend ist für Meier die allgemein gehaltene Formulierung zur Einführung von Tempo 30, «die vieles offenlässt». Gemeinderätin Milly Stöckli machte deutlich, dass Sammelstrassen wie Spital- oder Seetalstrasse nicht mit Tempo 30 belegt werden.

Vom Kanton bestehe die Vorgabe, Tempo 30 gebietsweise einzuführen. «Wir schauten, wo die meisten Eingaben für Tempo 30 eingegangen und wo die Gefahren am grössten sind.» Es seien vor allem Strassen ohne Trottoir von der Geschwindigkeitsbegrenzung betroffen.

Der Gemeinderat führe Tempo 30 nicht durch die Hintertür oder willkürlich ein. Die Auflage habe vorschriftsgemäss stattgefunden. Mit 80 Ja zu 174 Nein wurde der Streichungsantrag von Meier klar abgelehnt und das Budget in der Folge wie vorgelegt grossmehrheitlich genehmigt.

Ja zum Industriebus

Die markante Zunahme des Verkehrs in Muri, aber auch die Initiative von Vertretern aus Industrie, Gewerbe und Spital haben das Thema Buserschliessung des Industriegebietes auf den Tisch gebracht.

Wie Stöckli ausführte, rechtfertige eine Analyse die Einführung des Busses. Die Nutzniesser des Busses würden auch Beiträge zahlen. Geprüft wird noch die geforderte Haltestelle Engel/Frohsinn.

«Wenn es von der Verkehrssicherheit möglich ist, wird sie bis Februar realisiert», erklärte Stöckli. Die Stimmberechtigten genehmigten den für drei Jahre wiederkehrenden Kredit von 213 700 Franken.

Festsaal wird optimiert

Unbestritten war der Kredit von 593 000 Franken für die Erneuerung der Infrastruktur des Festsaals; vom Kanton wird ein Beitrag von 350 000 Franken geleistet.

Dabei verfolgt der Gemeinderat das Ziel, die multifunktionale Nutzung zu erhalten, die Beschallungsanlage zu optimieren und die Abdunkelung des Saals zu ermöglichen, erklärte Gemeinderätin Christine Brun. «Die Optimierungsmassnahmen sollen vor allem den Interessen der Vereine dienen.»

Zehn Einbürgerungen

Für die Totalrevision der Bau- und Nutzungsordnung und Zonenplan genehmigte die Versammlung 320 000 Franken. Wie Brun ausführte, wurden bereits im Budget 2013 für Vorarbeiten 40 000 Franken eingestellt.

Die für die Revision gebildete Kommission hat im März diese Arbeiten aufgenommen. Gutgeheissen wurde die Teilrevision Bestattungs- und Friedhofreglement sowie die überarbeiteten Satzungen des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt.

Die zehn Einbürgerungsgesuche, vorgestellt durch Gemeinderat Heinz Nater, fanden genauso Zustimmung wie zwei Kreditabrechnungen zur Sanierung und zur Erweiterung Schulhaus Badweiher.