Am 21. September 1985 begeisterte der Freiämter Köbi Schwitter mit seinem Auftritt in «Wetten, dass ..?» Millionen. Durch einen 90 Meter langen Feuerwehrschlauch blies er eine Gummi-Bettflasche auf, bis diese platzte. In Hägglingen bekam das kaum jemand mit. Dort war zur Einweihung des ersten Tanklöschfahrzeuges der Feuerwehr ein grosses Volksfest im Gang.

«Wetten, dass ..?» gibt es 30 Jahre später nicht mehr und auch der Mercedes mit Vogt-Aufbau ist in die Jahre gekommen. Am Samstag wurde mit dem 370 PS starken Scania mit Magirus-Aufbau der Nachfolger in Dienst gestellt. Und wie in Hägglingen nicht anders zu erwarten liess die Feuerwehr die Bevölkerung an ihrer grossen Freude teilhaben. Es gab einen Kinderparcours, eine Hüpfburg und eine Einsatzübung, die Erwachsenen könnten sich als Feuerlöscher versuchen und wie vor 30 Jahren kam auch die Handdruckspritze mit Jahrgang 1887 zum Einsatz. 

An dieser war damals als junger Feuerwehrmann auch Urs Ribi gestanden. Heute ist er Chef der Abteilung Feuerwehrwesen bei der Aargauischen Gebäudeversicherung. Sie hat sich an den Beschaffungskosten von 490 000 Franken mit 40% oder 188 000 Franken beteiligt. «Laut OECD ist die Schweiz das glücklichste Land der Welt. Heute ist Hägglingen die glücklichste Gemeinde der Schweiz», sagte Ribi an der Einweihung. Für das Wohl der Schweizer Bevölkerung sei neben der Freiheit auch die Sicherheit ein massgebender Faktor. «Dafür sorgen unter anderem unsere Feuerwehrleute – 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag.»

Burkart’sche Angelegenheit

Das erste Hägglinger Tanklöschfahrzeug war ein Mercedes, das zweite ist ein Scania – geleitet wurde die Feuerwehr damals von Hans Burkart, heute ist Rainer Burkart Kommandant: «Die Hägglinger Tanklöschfahrzeuge sind ganz offensichtlich eine burkartsche Angelegenheit», schmunzelte er und verabschiedete den 30 Jahre alten Mercedes mit einer Reminiszenz: «Einer der ersten Einsätze mit dem alten Fahrzeug galt einem entflogenen Papagei. Er wurde mit dem Schnellangriff nass gespritzt, sank zu Boden und konnte so bequem eingefangen werden.»

Heiner Graf, Gemeinderat und Vorsteher des Ressorts Feuerwehr blickte auf die Evaluation zurück, die rund drei Jahre gedauert hat: «Ein Feuerwehrfahrzeug kann man nicht einfach ab der Stange kaufen, es gibt einen umfangreichen Anforderungskatalog einzuhalten. Das geht bis zur Vorschrift über die Leistung des Drehstormalternators. Ich bin überzeugt, dass wir die Anforderungen alle erfüllt und mit dem Scania Magirus die richtige Wahl getroffen haben.»

Mit einer Delegation der Partnerfeuerwehr aus Marktsteinach (D) war auch das Ausland an der Einweihung vertreten. Deren Kommandant Horst Klopf zog den Bogen zum angesagten Volksfest: «Ein Feuerwehrfahrzeug dient nicht zur Freizeitbeschäftigung der Feuerwehrleute. Es wird für die Bevölkerung angeschafft und soll helfen, sie im Ernstfall zu schützen.»