Arni
Ein unbenutztes Bett im Alterszentrum kostet Arni 215 Franken pro Tag

Nur vier der elf reservierten Pflegezimmer im Alterszentrum Birmensdorf ZH sind belegt. Bleibt die Belegungsquote weiter tief, drohen der Gemeinde happige Betriebsbeiträge, die von der 700'000-fränkigen Vorauszahlung abgezogen würden.

Lukas Schumacher
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Vor drei Monaten wurde das Alterszentrum in Birmensdorf mit 61 Pflegezimmern eröffnet.FS/archiv

Vor drei Monaten wurde das Alterszentrum in Birmensdorf mit 61 Pflegezimmern eröffnet.FS/archiv

2011 erhielt der Gemeinderat der Kellerämter Gemeinde Arni zu Recht Beifall. Gemeindeammann Heinz Pfister hatte eine lobenswerte Alterspflege-Lösung auf Zürcher Boden eingefädelt. So ging der Aargauer Gemeinde mit der Genossenschaft Am Bach, die in Birmensdorf ZH ein neues Alterszentrum baute, eine vorteilhafte Vereinbarung ein.

Keine Bau- und Einrichtungskosten

Arni musste sich weder an den Planungs- noch an den Bau- oder Einrichtungskosten des Zentrums im benachbarten Birmensdorf beteiligen. Das finanzielle Engagement der Gemeinde beschränkte sich damals zum einen auf die Zeichnung von Genossenschaftsscheinen im Betrag von 33'000 Franken. Zum andern leistete Arni eine einmalige Vorauszahlung in Höhe von 700'000 Franken. Dieses Geld dient der Sicherstellung des Zentrumsbetriebs und soll später wieder zurück in die Gemeindekasse fliessen. Gleichzeitig verpflichtete sich die Gemeinde Arni, elf Pflegeplätze zu belegen.

Bald könnte es teuer werden

Noch greift die angedachte kostengünstige Arner Lösung aber nicht in vollem Umfang. Von den elf reservierten Zimmern/Pflegebetten nutzt die Gemeinde Arni derzeit bloss vier. Das Kontingent wird also nur zu einem Drittel ausgeschöpft. Bleibt die Belegungsquote weiter tief, drohen der Gemeinde happige Betriebsbeiträge, die von der 700'000-fränkigen Vorauszahlung abgezogen würden. Ein einziges unbenutztes Bett kostet Arni 215 Franken im Tag. Sieben freie Betten würden demnach 1'505 Franken pro Tag kosten.

Die Belegungsvereinbarung hätte ab Oktober 2012 gelten sollen. Auf Bitte von Arni lockerte die Genossenschaft Am Bach die Abgeltungsbestimmung, indem sie eine zeitlich gestaffelte Regelung einführte. Demnach wird die Gemeinde Arni erst dann zahlungspflichtig, wenn sie folgende Vorgaben nicht erfüllen kann: bis Januar 2013 sechs belegte Plätze, bis Februar acht, bis März zehn
und bis April alle elf.

«Helft mit, die Plätze zu besetzen»

An der Gemeindeversammlung in Arni bat Gemeindeammann Heinz Pfister die Dorfbewohner um Unterstützung, damit alle elf Plätze im Alterszentrum zügig belegt werden können. Das neue Zentrum biete nebst einer sehr guten Küche vielerlei Vorteile, sagte Pfister. Wer Ausschau halte für eine Person, die Pflege und Betreuung benötige, solle die Gemeindekanzlei Arni anrufen. Laut Pfister spielt es keine Rolle, «wo die pflegebedürftige Person heute wohnt. Anmeldungen müssen aber über unsere Gemeinde laufen.» Dieses Vorgehen schont nicht nur das Gemeindebudget. Wer via Gemeinde angemeldet wird, muss den Tageszuschlag für Auswärtige nicht berappen. Dieser Zuschlag beträgt immerhin zehn Franken im Tag.

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