Nutzungs- und Bebauungsstudie Mutschellen
Ein Tunnel für die Bahn oder die Autos im Zentrum Mutschellen

Die von den drei Gemeinden Berikon, Widen und Rudolfstetten lancierte Studie zum Zentrum Mutschellen liegt vor. Im Fokus stehen zwei Untertunnelungs-Varianten, die Variante «Strasse tief» und die Variante «Bahn tief».

Lukas Schumacher
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Vision: So, ohne den dominanten heutigen Verkehrsknoten, könnte das Zentrum Mutschellen dereinst aussehen. Visualisierung ZVG

Vision: So, ohne den dominanten heutigen Verkehrsknoten, könnte das Zentrum Mutschellen dereinst aussehen. Visualisierung ZVG

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Gemeinsam und mit Unterstützung des Kantons Aargau liessen die drei Mutschellengemeinden Berikon, Widen und Rudolfstetten eine 120 000-fränkige Studie zum Zentrum Mutschellen anfertigen. Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse dieser Nutzungs- und Bebauungsstudie liegen jetzt vor.

Als Vision werden zwei favorisierte Varianten präsentiert, die Variante «Strasse-tief» und die Variante «Bahn-tief».

«Strasse tief» sieht eine Untertunnelung der Bernstrasse im Abschnitt des Verkehrsknotens Mutschellen sowie einen Trambetrieb der Regionalbahn BDWM im Zentrum Mutschellen vor. «Bahn tief» bezweckt die Tieferlegung der Bahn in einem Tunnel.

Realisierung: «Frühestens in zehn Jahren»

Realisierung: „Frühestens in zehn Jahren“ Die Studie empfiehlt eine Untertunnelung, lässt die Frage Strasse oder Bahngeleise im Tunnel aber offen. Wann wäre eine dieser beiden Varianten realisierungsreif? «Voraussichtlich frühestens in zehn Jahren», sagt Berikons Gemeindeammann Stefan Bossard als Sprecher der Mutscheller Gemeindeammänner. Der nächste Schritt für die Umsetzung «Vision Zentrum Mutschellen» sei ein regionaler Sachplan. Den Kick-off zum Entwurf des Sachplans haben die Gemeindeammänner von Widen, Rudolfstetten und Berikon bereits getätigt. Im Sachplan sollen die wichtigsten Elemente der «Vision Mutschellen» behördenverbindlich fixiert werden. An einer Gemeindeversammlung im nächsten Jahr sollen die Bewohner der drei Gemeinden Stellung zum Sachplan nehmen. Die Studie wird auch zu einem Thema an der Mutscheller Gewerbeausstellung Mega 14 vom 10. bis 13. April in Berikon. Am Mega-Stand 102 in der Halle B geben Vertreter der Mutscheller Einwohnergemeinden Einblick in die Ergebnisse und Erkenntnisse der Studie .(sl)

Verkehrsflächen schrumpfen

Die Realisierung beider Varianten hätte grundsätzlich ähnliche vorteilhafte Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung, hält die Studie fest: Verkleinerung der oberirdischen Verkehrsflächen, Trennwirkung des dominanten Verkehrs und Vergrösserung des öffentlichen Raums im Zentrum mit Flanierzone, Begegnungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten sowie mit ausgedehnten Baumbepflanzungen.

Zudem würden beide Varianten wünschbare Rahmenbedingungen zulassen. So Verdichtungsmöglichkeiten bei Gebäuden unweit des Knotens und die langfristige Sicherung des Versorgungs- und Einkaufangebots sowie der Nutzungsvielfalt im Zentrum.

Verfasst wurde die Studie von einem interdisziplinären Team aus Bauplanern, Wirtschaftsexperten und Verkehrsplanern. Als Begleitgruppe wirkten die Gemeindebehörden und Bauverwalter der Mutschellengemeinden sowie Vertreter von Kantonsstellen mit.

Kosten von 45 bis 80 Mio. Franken

Die Umsetzungskosten beider Varianten sind beträchtlich. Gemäss Kostenschätzung kommt die Verwirklichung der Variante «Strasse tief» auf rund 45 Mio. Franken zu stehen.

Deutlich teurer würde die Variante «Bahn tief», sie verursacht Kosten von 60 bis 80 Mio. Franken. Die Frage der Finanzierung, die sich heute selbstverständlich noch nicht stellt, wäre in erster Linie Sache des Kantons. Aber auch die Mutschellengemeinden müssten einen schönen Teil der Kosten übernehmen.

Als Vorteile der Variante «Strasse tief» listet die Studie insbesondere eine Verkehrsentlastung auf der Bernstrasse von 50 % sowie eine Entlastung von 30 % auf dem gesamten Verkehrsknoten auf. Als Nachteil wird unter anderem erwähnt, dass die städtebauliche Entwicklung bei dieser Variante vorwiegend auf die nördliche Mutschellenseite beschränkt bleibt.

Als Vorteile der «Variante Bahn tief» werden unter anderem aufgeführt: keine Wartezeiten wegen der Bahn, durchgehende öffentliche Stadtebene und attraktives neues Baufeld auf dem heutigen Bushof.

Einsehbar auf Gemeinde-Websites

70 Papierseiten samt vielen Fotos und Skizzen umfasst der Bericht zur Studie Mutschellen. Ab Freitag, 21. März kann man den Bericht einsehen auf den Websites der drei Mutschellengemeinden: www.berikon.ch, www. rudolfstetten.ch und www. widen.ch.

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