Muri

Ein Tagebuch um das Asylzentrum sorgt für weitere Polemik

Das Asylzentrum befindet sich inmitten des Wohngebiets.

Das Asylzentrum befindet sich inmitten des Wohngebiets.

Die SVP Muri führt Tagebuch: Fünf Polizeieinsätze innert 20 Tagen im Asylzentrum Muri seien zu viel. Nun fordert die SVP eine Schliessung. Denn die Forderung des Gemeinderats, nur noch brave Asylsuchende nach Muri zu bringen, sei illusorisch.

Für die einen ist es reine Polemik, für die anderen ist es ein konstruktiver Ansatz: Die SVP Muri führt Tagebuch über die Polizeieinsätze beim Asylzentrum an der Klosterfeldstrasse. Fünf Polizeieinsätze zwischen dem 4. und dem 22. Mai führt die Murianer SVP-Sektion in einer Medienmitteilung auf, die sie heute verschickte. Darunter Routineeinsätze, aber auch Grossrazzien.

«Mit den Tagebuch-Einträgen wollen wir aufzeigen, wie oft die Polizei wegen Problemen mit Asylanten ausrücken muss», sagt der Präsident der Ortspartei, Simon Käch, zur az. Die Häufigkeit der Einsätze stehe nämlich in keinem Verhältnis zu jenen, zu welchen die Polizei in anderen Quartieren und bei der «Normalbevölkerung» gerufen werde.

Kanton kann auf Standort Muri nicht verzichten

Käch fordert die sofortige Schliessung des Asylzentrums. Die Forderung des Gemeinderats (wir berichteten), wonach der Kanton nur noch brave Asylsuchende, am liebsten Familien, in Muri einquartieren solle, hält Käch für illusorisch.

Das findet auch der Kanton, auch wenn es dort niemand so benennen will. Das zuständige Departement für Gesundheit und Soziales (DGS) habe die Forderung der Gemeinde zwar zur Kenntnis genommen, bestätigt Sprecher Balz Bruder. Sie sei jedoch nicht erfüllbar, da man «einem Asylsuchenden nicht ansieht, wenn er unkooperativ oder gar kriminell ist».

Der Kanton könne zur Zeit aber auf die Unterkunft in Muri nicht verzichten. Der SVP-Forderung nach einer Schliessung erteilt das DGS so einmal mehr eine Abfuhr. Jedoch blieben gewisse Möglichkeiten die Platzierung von Asylsuchenden zu steuern, lässt Bruder durchblicken.

Die Forderungen bleiben die selben

Bei der Kantonspolizei will man nicht näher auf die von der SVP aufgelisteten Polizeieinsätze eingehen. Nur so viel will Sprecher Bernhard Graser sagen: «Beim Asylzentrum in Muri kommt es immer wieder zu Kontrollen. Zum Teil handelt es sich um Routinekontrollen, zum Teil um solche, welche die Justiz anordnet.

Polizei wie DGS sind bedacht, sich nicht zum Spielball in der von der SVP Muri angerissenen Polemik machen zu lassen. «Das ist nicht polemisch, sondern konstruktiv», entgegnet Simon Käch. In der Asyldebatte brauche es Druck von unten, weil von oben nichts komme. Und wo ist der konstruktive Vorschlag?

Die SVP bringt kaum neue Antworten, wenn Käch erklärt: «Wir brauchen grosse Empfangszentren an den Grenzen, nach holländischem Vorbild. Nur so lasse sich das Asylverfahren effizienter regeln.

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