Wohlen

Ein Strick, an dem alle ziehen sollen: Gemeinderat erläutert Grundsätze im neuen Legislaturprogramm

Gemeindeammann Arsène Perroud. (Archivbild)

Gemeindeammann Arsène Perroud. (Archivbild)

Der Gemeinderat Wohlen hat sein neues Legislaturprogramm konkretisiert. Nun gibt es nicht nur Zielsetzungen für einzelne Ressorts, sondern auch handlungsleitende Grundsätze für alle.

Der neue Wohler Gemeinderat hat vergangene Woche sein Legislaturprogramm vorgestellt. Jetzt hat Gemeindeammann Arsène Perroud das Programm im Pressegespräch noch näher erläutert.

Zweck eines solchen Papiers sei es, sagte Perroud, eine gemeinsame Verständigungsgrundlage zu schaffen. So quasi einen Strick, an dem alle ziehen. Natürlich auch in die gleiche Richtung. Deshalb hat die Behörde die Bereichsleiter der Gemeindeverwaltung in die Erarbeitung miteinbezogen: «Das ist wichtig, wir wollten keinen Papiertiger erschaffen, sondern ein Konzept, das in der Praxis auch umsetzbar ist.»

Neuer Aufbau mit Grundsätzen

Neu erfunden hat der Gemeinderat das Legislaturprogramm nicht, doch der Aufbau ist – auch bedingt durch die neue Führungsorganisation und die Reduktion der Anzahl Gemeinderatsmitglieder – deutlich anders als bisher. Man hat sich dabei an die Aufteilung der Ressorts gehalten, was der Übersichtlichkeit dienlich ist.

Neu hat der Gemeinderat nicht nur Zielsetzungen für die einzelnen Ressorts formuliert, sondern auch handlungsleitende Grundsätze und übergeordnete Zielsetzungen. Bei den handlungsleitenden Grundsätzen gehe es darum, einen Rahmen zu schaffen, in welchem man sich bei allen Projekten bewege, erläuterte der Gemeindeammann. Aufgelistet sind da – unter anderem – eine hohe Qualität der Siedlungsgebiete, der Werterhalt und Unterhalt der Infrastruktur, der schonende und nachhaltige Umgang mit den Ressourcen, die Unterstützung von Privaten und Institutionen für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Wohlen sowie eine offene, transparente Informationspolitik mit hoher Relevanz.

Bei den übergeordneten Zielsetzungen erachtet der Gemeinderat – unter anderem – die Konzeption eines «Gemeindebüros» als dringlich. Dabei, erläuterten Arsène Perroud und Gemeindeschreiber Christoph Weibel, gehe es darum, Abläufe zu definieren, nach denen die Gemeindeverwaltung ihre Kundendienstleistung erbringe.

Weiter soll das zehn Jahre alte Leitbild der Gemeinde überarbeitet werden und auch in Sachen Wirtschaftsregion will die Behörde stärker agieren. Der Kontakt mit den Unternehmen im Dorf soll institutionalisiert und regelmässig gepflegt werden.

bbz muss in Wohlen bleiben

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erhaltung des Berufsbildungszentrums Freiamt (bbz). «Diese Schule ist regionalpolitisch von grosser Bedeutung, entsprechend werden wir uns auch proaktiv einsetzen, damit sie in Wohlen bleibt», sagte Perroud. Bei den Finanzen erachtet der Gemeinderat es als nötig, die Eigenfinanzierung auf jährlich 4 bis 5 Mio. Franken zu steigern. Wie er das umsetzen will, steht dann wohl im Finanzplan, der nach den Sommerferien vorgestellt wird.

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