Bremgarten
Ein Ständerats-Podium aus der Sicht von Schülern

Sechs Bezirksschülerinnen und -schüler besuchten das Wahlpodium in Bremgarten. Für sie war es ein spannender Abend.

Brigitte Santmann-Rubin
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Isabel, Monika, Jacqueline, Manon, Michaela und Marc. Brigitte Santmann-Rubin

Isabel, Monika, Jacqueline, Manon, Michaela und Marc. Brigitte Santmann-Rubin

Brigitte Santmann

Die Podiumsdiskussion zu den Ständeratswahlen in Bremgarten besuchten auch sechs Schülerinnen und Schüler der Bezirksschule. Sie belegen das Freifach Politik und fanden den Abend so spannend, dass sie weitere politische Veranstaltungen besuchen möchten.

Ein bisschen enttäuscht ist Marc schon, dass er in der Fragerunde die ganze Zeit aufgestreckt hat und doch nicht drangekommen ist. Er wollte eine Frage zur Bildung stellen, ein Thema, das die sechs Jugendlichen, die am Freitagabend die Podiumsdiskussion im Casino besuchten, generell bewegt. Sie sind sozusagen der harte Kern der Politik-Klasse der 4. Bezirksschule, der trotz Ferienbeginn zusammen mit Lehrerin Brigitte Zimmermann an der Veranstaltung teilgenommen hat.

Ansonsten ist Marc aber mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden, denn er hat immerhin die hitzigen Diskussionen und Wortgefechte bekommen, die er sich gewünscht hat. «Extrem spannend» seien die Streitgespräche zu Asylwesen und Energiewende gewesen, findet auch Manon: «Die verschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten gingen gar nicht richtig aufeinander ein. Alle waren so von ihrem Standpunkt überzeugt, dass es zu wenig Konsenswillen gab. Dabei war keine Einzellösung perfekt.»

Welche Fakten sind richtig?

Immerhin räumen die Jugendlichen ein, dass grundsätzlich alle bemüht gewesen seien, Lösungen zu finden – fast alle jedenfalls. Monika etwa, die gern gefragt hätte, welche negativen Folgen man genau von der Aufnahme echter Flüchtlinge – vor allem von Kindern – befürchte, meint lakonisch: «Die meisten befürworten die Einwanderung, nur die SVP nicht. Alle suchen nach Lösungen, nur sie denkt nicht an die Zukunft und versucht nicht, das Problem zu lösen.» Auch Marc findet, die SVP habe sich quergestellt, und Jacqueline pflichtet ihm bei: «Ja, alle sind für eine Öffnung, nur die SVP ist ein bisschen allein – und wird trotzdem viel gewählt.» Isabel findet, am Fernsehen passe die Antwort oft nicht zur Frage und hat gehofft, dass es heute Abend besser sein würde, weil man die Kandidierenden leibhaftig vor sich habe. Sie verlässt den Saal dennoch leicht verwirrt: «Es haben verschiedene Fakten als Grundlage für die Argumentation gedient. Woher sollen wir wissen, welche Fakten nun richtig sind?»

Einigkeit herrscht bei den Jugendlichen darüber, dass sie am Abend zwar nicht immer alles verstanden, aber doch viel gelernt haben. «Ich habe viel Neues gelernt und viele Informationen über die Kandidierenden bekommen», fasst Michaela zusammen.

Fünf der sechs Jugendlichen, die heute Abend hier sind, sind Mädchen. Ist die politische Zukunft weiblich? «Eigentlich ist es in der Klasse ziemlich ausgeglichen», meint die Lehrerin Brigitte Zimmermann. «Bei den Jungs hat in diesem Alter aber noch oft der Sport Vorrang.» So oder so: Die nächste Generation von Politikerinnen und Politikern steht schon in den Startlöchern – vier der sechs anwesenden Jugendlichen wünschen sich eine politische Karriere.