Wohlen
Ein Sprung hoch hinaus — jetzt kommt Leben in die verwaiste Rigacker-Halle

Der Umbau des ehemaligen Wohler Tenniscenters in einen Trampolin-Park hat begonnen. Auf einen Gastrobereich wie ursprünglich ebenfalls in Betracht gezogen, verzichtet Peter Raidt vorläufig noch.

Marc Ribolla
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Pächter Peter Raidt packt selber tatkräftig mit an.

Pächter Peter Raidt packt selber tatkräftig mit an.

Marc Ribolla

Schweissperlen glänzen auf der Stirn von Peter Raidt. Der Chef packt persönlich tatkräftig mit an. Raidt zieht den Palettrolli mit stapelweisen schweren Säcken über den Hallenboden des ehemaligen Tenniscenters Rigacker in Wohlen. «Ich könnte auch einfach danebenstehen und zuschauen, aber das ist nicht mein Ding», sagt der Macher. Seit über zweieinhalb Jahren stand die Tennishalle leer. Nun kommt wieder Leben rein.

Peter Raidt hat die Anlage gepachtet und verwandelt das Rigacker-Center nun in eine zweite Filiale seiner «Jumpfactory». Anfang 2019 startete der 52-jährige Deutsche in Münchenstein (BL) mit dem Trampolinpark-Konzept und hatte Erfolg. Ursprünglich wollte er mit dem Umbau in Wohlen im Spätfrühling beginnen, doch Corona führte zu Verzögerungen.

Rund 35 Tonnen Material in die Halle transportiert

Seit letzter Woche geben der Boss und eine Hand voll Mitarbeitende nun Vollgas. Fünf Frachtcontainer entladen die Männer beim Rigacker. «Wir verbauen rund 35 Tonnen Material, das ist sehr viel», erklärt Peter Raidt, während er beim Ausladen hilft. Das Anpacken ersetzt für ihn gleichzeitig ein Fitnessprogramm. «Mein Ziel ist, bis Ende September 87 Kilo auf die Waage zu bringen, dazu fehlen aber noch vier», meint er schmunzelnd.

Bei der Verwandlung des Rigackers in die Jumpfactory erledigt Raidts Team vieles selbst. Die Kosten sollen nicht überborden. «Du kannst eine halbe oder eine ganze Million investieren. Aber bis du die zusätzliche halbe Million wieder eingespielt hast, vergehen vielleicht 20 Jahre», zieht er einen Vergleich. Raidt ist optimistisch, dass ein Trampolin-Park auch in Wohlen ein Publikumsmagnet ist.

Zweieinhalb Jahre stand die Rigacker-Tennishalle in Wohlen leer. Nun wird aus ihr ein Trampolin-Park.

Zweieinhalb Jahre stand die Rigacker-Tennishalle in Wohlen leer. Nun wird aus ihr ein Trampolin-Park.

Marc Ribolla

«Die Menschen und vor allem Jugendliche und Kinder sitzen heute oft vor dem TV oder am Handy. Die körperliche Bewegung fehlt. Mit dem Trampolinpark gibt es eine Alternative. Die Eltern sind froh, wenn sie so ihre Kinder von den Bildschirmen wegbringen», sagt Peter Raidt. Dass viele Familien in den Sommerferien daheimgeblieben sind, habe er gespürt. Der Juli-Umsatz war in Münchenstein im Vergleich zum Vorjahr höher. Das Angebot auf rund 1500 Quadratmetern in Wohlen sei deutlich grösser und vielfältiger als in Münchenstein. Zum Austoben gibt es unter anderem zwei Trampolinparcours, ein Wipe-out, Cage-Ball, einen Ninja-Warrior-Parcours und Trampolin-Volleyball. In einer späteren Phase möchte Raidt auch einen Klettersteig mit einer 50-Meter-Zipline quer durch die Halle bauen. «Ich erwarte, dass das tolle Angebot auch Stammkunden anzieht, die bisher nach Münchenstein fuhren. Wir versuchen immer wieder Neues. Man muss den Leuten etwas bieten», sagt er.

Jumpfactory soll in sechs bis acht Wochen bereit sein

Auf einen Gastrobereich wie ursprünglich ebenfalls in Betracht gezogen, verzichtet Peter Raidt vorläufig noch. «Momentan ist es in diesem Bereich sehr schwierig», erklärt er. In sechs bis acht Wochen möchte er mit der Wohler Jumpfactory startklar sein. Sie wird sieben Tage pro Woche geöffnet sein. Die Eintrittspreise bewegen sich im Bereich zwischen 18 und 33 Franken, je nach Aufenthaltsdauer zwischen 60 und 120 Minuten. Die Umsetzung der Coronaschutzmassnahmen sei angesichts der Grösse der Anlage kein Problem.