Zum 85-Jahre-Jubiläum schenkte sich Murimoos werken und wohnen einen neuen Spielplatz. Und macht damit auch gleich ein Geschenk an unzählige Kinder, die sich hier in Zukunft vergnügen werden. Bruno Gehrig, Leiter Holzproduktion, führte aus, dass der alte Spielplatz mit seinen 20 Jahren einerseits nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, andererseits zu nahe am Wohnbereich der Klienten liegt.

Gleichzeitig ist die neue Anlage Musterspielplatz: «Hier können wir unsere neuesten Kreationen an Spielgeräten zeigen und sehen, ob sie sich bewähren.» Erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurden grosse, begehbare Spielwürfel, die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Wichtelwerk entwickelt wurden und patentiert sind. Nach der Einsegnung durch die Murimoos-Seelsorger Francesco Marra und Hansruedi Hauenstein und der Eröffnung stürmten die zahlreichen Kinder mit Begeisterung die neue Spielanlage.

Der Flohmarkt im Dörfli war nur eines der Angebote am Jubiläumsfest.

Der Flohmarkt im Dörfli war nur eines der Angebote am Jubiläumsfest.

Sofort ein Erfolg

Obwohl ganz in den Anfängen die «soziale Notwendigkeit» der damaligen Arbeitskolonie in der Bevölkerung zum Teil in Zweifel gezogen wurde, war der Idee des damaligen jungen Gränicher Pfarrers Sämi Holliger sofort Erfolg beschieden. Heidi Schmid, Präsidentin des Vereins Murimoos werken und wohnen, konnte nicht nur Regierungsrat Alex Hürzeler zu den offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten begrüssen, sondern auch den früheren Direktor Fritz Schmid. «In 85 Jahren ist viel passiert», fasste sie zusammen.

Schliefen die Kolonisten in den Anfängen in einfachsten Sechserzimmern, haben die Klienten heute schon längst Einzelzimmer. Mit dem Bau des Dörfli konnte die Wohn- und Lebenssituation im Murimoos markant verbessert werden. Heute leben auch Frauen im Murimoos, ausserdem gibt es seit acht Jahren Aussenwohngruppen.

Grosses Unternehmen

Direktor Hans Däpp führte aus, dass der Personalbestand sich in den Anfängen auf fünf Personen und «dem notwendigen Hilfspersonal» beschränkte. Heute teilen sich 100 Mitarbeitende 75 Vollzeitstellen. Die Zahl der Klienten und Klientinnen hat sich allerdings nicht parallel entwickelt. «Die Anforderungen an professionelle Betreuung sind markant gestiegen.» Rund ein Drittel der Klienten ist wegen Suchtproblemen hier, der grösste Teil wegen psychischer Erkrankungen. Bei fast einem Fünftel trifft beides zu. Zugenommen habe auch die Bürokratie.

Mehr Möglichkeiten

Hans-Peter Gasser ist seit 20 Jahren Klient im Murimoos. Er schilderte die Veränderungen an konkreten Beispielen. «Das Angebot von Arbeitsmöglichkeiten ist grösser geworden», lobte er, ebenso das Freizeit- und Ferienangebot. Wenn früher einer mal nicht zur Arbeit erschien, hatte das wenig Konsequenzen. «Heute wird man vom Sozialdienst aus dem Nest geworfen», erklärte Gasser. Negativ empfindet er, dass sich die höhere Zahl Menschen mit psychischer Erkrankung eher negativ auf die Arbeitsmoral auswirkt. Aber grundsätzlich ist er zufrieden: «Ich kann nicht sagen, was besser ist, früher oder heute. Alles hat halt seine Zeit.»