Es war eine Szene am Rande. Aber dennoch symptomatisch für den erbärmlichen Zustand der 1976 eröffneten Wohler Kunsteisbahn. Vor dem ersten Halbfinal zwischen Schwarzenburg und Bern 96 musste sich einer der beiden Schwarzenburger Trainer als Mechaniker betätigen und den Schliessmechanismus einer der Bandentüren selbst reparieren.

Der Mann leistete offensichtlich ganze Arbeit. Denn rechtzeitig zum Anpfiff hielt die lose Schraube wieder und die Tür tat ihren Zweck. «Jetzt fägts wieder, Giele!» rief er seinen Spielerinnen und Spielern zu, welche sich auf dem Eis für das Kantonalderby bereit machten.

27. Moskito-Turnier des HC Wohlen Freiamt.

27. Moskito-Turnier des HC Wohlen Freiamt

Apropos EHC Bern 96. «Obwohl sie letztes Jahr schon hier waren und wissen sollten, dass bei uns ein Turnier für Moskito-B-Spieler ausgetragen wird, kamen sie mit einer Mannschaft bestehend aus lauter A-Spielern», ärgerte sich OK-Boss Christian Wüthrich.

Dürftige Begründung der Stadtberner: Man habe zu wenig B-Moskito – die in der Meisterschaft ein schwächeres Niveau spielen als jene im A – im Verein. «Wir hätten aushelfen können», so Wüthrich.

So wie beispielsweise letztes Jahr, als der damalige Finalist Rapperswil-Jona vier Wohler Spieler einsetzte. Konsequenz: Bern 96 wurde noch während des Turniers disqualifiziert und spielte somit ausser Konkurrenz.

Abgesehen von diesen Nebengeräuschen freute man sich bei Veranstalter HC Wohlen-Freiamt über ein rundum gelungenes zweitägiges Turnier. Dass die einheimische Wohler Mannschaft (bestehend aus Akteuren von Wohlen, Aarau und Wettingen) wie jedes Jahr ganz hinten in der Rangliste zu finden ist, sei nicht tragisch, findet Wüthrich. «Für unsere Spieler ist dieses Turnier trotzdem ein Highlight, weil sie sich mit besseren Teams messen können.» Lernen stehe da ganz klar im Vordergrund. Bemerkenswertes Detail: Gastronomiebetriebe in Wohlen verköstigten die Teams ausgiebig und zum Nulltarif. Auch das Rahmenprogramm hatte es in sich. Am Freitag lockte die Eisdisco hundert Leute an, am Samstag sorgte das Eishockey-Derby zwischen der Wohler Göttigesellschaft und der Niederwiler Guggenmusik Näbelriiter für beste Unterhaltung.