Villmergen
Ein Schulhaus mit genialem pädagogischem Konzept

Metron-Architekten aus Brugg reichten das beste Projekt für das neue Schulhaus Mühlematten ein. Die neue Schulanlage umfasst einen Klassentrakt mit 18 Schulzimmern, eine Sporthalle und einen Kultursaal, den die Ortsbürgerstiftung finanzieren will.

Jörg Baumann
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Die Metron-Architekten Ralf Kunz, Antti Rüegg, Roger Trottmann und Martin Köferli (von links) planen das neue Schulhaus Mühlematten in Villmergen.

Die Metron-Architekten Ralf Kunz, Antti Rüegg, Roger Trottmann und Martin Köferli (von links) planen das neue Schulhaus Mühlematten in Villmergen.

Der Planungsauftrag für das neue Schulhaus Mühlematten in Villmergen geht nach Brugg: Die Metron-Architekten Antti Rüegg, Roger Trottmann, Ralf Kunz und Martin Köferli gewannen mit ihrem Projekt den ersten Preis im von der Gemeinde ausgeschriebenen Studienauftrag. Die Schulanlage umfasst einen Klassentrakt mit 18 Schulzimmern, eine Sporthalle und einen Kultursaal.

Den Kultursaal möchte die Ortsbürgerstiftung Villmergen mit einem Beitrag von 2,8 Millionen Franken finanzieren. Darüber befindet die Stiftung an ihrer Stiftungsversammlung am 8. November. Unprogrammgemäss meldete sich bei der Präsentation der Schulhausprojekte der Ortsbürger Willy Brunner zum Wort.

Er bezeichnete das Vorgehen der Stiftung als übereilt und überrissen. Die Ortsbürgerstiftung gerate mit dem Beitrag in die Gefahr, nach und nach das ganze Startkapital aufzubrauchen, das ihr bei der Gründung mitgegeben worden sei.

Die Metron-Architekten standen als Gewinner des Studienauftrages erst nach einer «Ehrenrunde» fest. Denn alle beteiligten Architekten mussten ihre Projekte nochmals wegen Kostenüberschreitungen überarbeiten.

Trotzdem hätten sich alle Architekturbüros grosse Mühe gegeben, stark verbesserte Projekte einzureichen, teilte Daniel Zehnder, Niederrohrdorf, Präsident der Fachjury, mit. Falls die Ortsbürgerstiftung den Beitrag an den geplanten Kultursaal ablehnen sollte, werde die Gemeinde diesen als Singsaal ausgestalten.

Das Siegerprojekt der Metron-Architekten zeichnet sich laut der Jury durch ein «geniales pädagogisches Konzept» aus. Das ganze Schulhaus wird, wie es im Jurybericht heisst, zur Lernumgebung.

Arbeitsräume und Schulhaus bilden eine Einheit. Im zweigeschossigen, gut belichteten Schulhaus sind die Klassenzimmer im Obergeschoss ringförmig angeordnet. Die Zentrums- und Spezialräume befinden sich im Erdgeschoss. Die Architekten planten grosszügige Begegnungszonen, die ein günstiges Schul- und Unterrichtsklima schaffen.

Die Schulzimmer können auch als Gruppen- und Teamzimmer umgebaut werden, was den heute üblichen Gruppenunterricht erlaubt. Den Aussenraum legten die Architekten an Südlage als Schullandschaft an.

Es sei den Projektverfassern überzeugend gelungen, den bestehenden Schulpavillon auf dem Schulhausgelände für die weitere Nutzung freizulassen, sagte das Jurymitglied Christian Stahel, Brugg. Die geplante Anlage für Schule, Sport und Kultur sei ökonomisch geplant worden. Darin sei ein vielfältiger Unterricht möglich.

Gemeindeammann Ueli Lütolf bezeichnete die Schulhausplanung als anspruchsvoll. Nach der Weiterbearbeitung des Metron-Projektes soll die Gemeindeversammlung am 24. November 2014 über den Baukredit befinden können.

Es wird ein Kostendach von 26,5 Millionen Franken angepeilt. Der Bezugstermin verschiebt sich durch die Überarbeitung der Projekte vom Sommer 2016 auf den Frühling 2017. Aus heutiger Sicht ist eine Erhöhung des Steuerfusses nicht zu umgehen.