Wohlen
«Ein Schandfleck verschwindet» – IBW-Plätzli wird für 235 625 Franken aufgewertet

Der Einwohnerrat stimmt zwei Hausverkäufen und der Parkplatzneugestaltung zu. Letzterer sogar einstimmig.

Andrea Weibel
Merken
Drucken
Teilen
Das «IBW-Plätzli» darf saniert werden: Die «IBW-Schüür» (links) wird zum Wohnhaus, das Geissmannhaus (rechts) zum Bürogebäude.

Das «IBW-Plätzli» darf saniert werden: Die «IBW-Schüür» (links) wird zum Wohnhaus, das Geissmannhaus (rechts) zum Bürogebäude.

Dominic Kobelt

Das kleine Areal zwischen Kirche, Restaurant Sternen, Rotem Haus der IBW und Schlössli, das liebevoll «IBW-Plätzli» genannt wird, liegt seit Jahrzehnten brach. Nun konnten sich die Wohler Parteien gestern im Einwohnerrat für einmal zusammenraufen und beinahe geschlossen für die Aufwertung dieses zentralen Plätzchens an der historischen und geschützten Steingasse einsetzen. Der Gemeinderat beantragte nicht nur die Neugestaltung des Parkplatzes, wo für 110 000 Franken ein einfacher Kiesplatz mit Bäumen entstehen soll, sondern auch den Verkauf zweier alter Liegenschaften am Platz. Die «IBW-Schüür», die äusserst baufällig ist und in der in den letzten Jahren Fahrzeuge untergebracht waren, soll für 468 125 Franken verkauft und von der Wohler Kost Immobilien AG zu Wohnraum umgebaut werden. Das Geissmannhaus, das heute Ausstellungs- und Atelierräume enthält und ebenfalls äusserst sanierungsbedürftig ist, wird für 235 625 Franken an das ebenfalls in Wohlen ansässige Architekturbüro Andreas Berger AG verkauft, um von diesem zu Büroraum umgebaut zu werden. Der Einwohnerrat stimmte gestern sowohl den beiden Verkäufen als auch der Neugestaltung des Platzes zu. Beiden Verkäufen wurde jeweils mit 35 Ja- gegen 1 Nein-Stimme plus einer Enthaltung zugestimmt. Die Neugestaltung des «IBW-Plätzli» hiessen die 37 Einwohnerräte sogar einstimmig gut.

Charakter beibehalten

Gemeinderat Arsène Perroud machte deutlich, dass man sich mit der Neugestaltung des Parkplatzes auch für die Zukunft keine eventuellen Baupläne verbaue. Die beiden verkauften Häuser stehen, anders als verschiedene benachbarte Gebäude, nicht unter Denkmalschutz. «Der Gemeinderat möchte deren Charakter jedoch beibehalten», so Perroud. Auch hier sind sich Gemeinderat und Parteien einig, dass die beiden lokalen Käufer ihr Vertrauen verdienen und die Gebäude ortsbildgerecht sanieren werden. So wird die Gemeinde nicht nur die Kosten für die Instandhaltung zweier baufälliger Häuser los, sondern erhält darüber hinaus eine Aufwertung des gesamten Areals, was ebenfalls alle Parteien goutierten. «Ein Schandfleck wird verschwinden», fasste Urs Stäger im Namen der Geschäftsprüfungskommission zusammen. Hans Hufschmid (CVP) fügte an: «Nach vielen städtebaulichen Sünden in den letzten Jahren ist dies nun für einmal bestes Standortmarketing.»

18-jährige Telefonanlage

Neben dem «IBW-Plätzli» ging aber auch die Diskussion um eine neue Telefonanlage für die Gemeinde kurz und schmerzlos über die Bühne. Die heutige Anlage wurde 1998 installiert, und es sind kaum mehr Ersatzteile lieferbar. Ausserdem ändert Swisscom ab nächstem Jahr das System, sodass die Anlage wertlos wird. Deswegen darf die Gemeinde Wohlen nun für 240 000 Franken eine neue Kommunikationsanlage einbauen lassen, die jährlich weitere 12 000 Franken Unterhalt kosten wird. Auch hier hatte keine der Parteien etwas einzuwenden. Die 37 Einwohnerräte hiessen den Antrag einstimmig gut. Knapper wurde dagegen ein Nachtragskredit von 20 000 Franken für die Reform der Führungs- und Verwaltungsstrukturen mit 25 Ja- gegen 12 Nein-Stimmen gutgeheissen.

Ausserdem wurden die beiden Einwohnerräte Ramon Pfister und Franz Wille verabschiedet. Pfister war seit dem 1. Januar 2014 im Amt und zieht weg. Wille war seit dem 1. Januar 2010 Einwohnerrat und will mit 73 Jahren und nach 50 Jahren in der Politik Jüngeren Platz machen.