Bezirk Bremgarten
Ein runder Tisch am 11. September soll den Knoten lösen

Der Jugendfürsorgeverein Bezirk Bremgarten ist geschrumpft. Im Sog des heftigen Domizil-Konflikts kehrten 6 der 22 Gemeinden dem Verein den Rücken. Wie weiter nach dem Austritt? Ein runder Tisch soll Antworten bringen.

Lukas Schumacher
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Ende Juni zog der Jugendfürsorgeverein des Bezirks Bremgartenm Zufiker Sonnengut ein. kob

Ende Juni zog der Jugendfürsorgeverein des Bezirks Bremgartenm Zufiker Sonnengut ein. kob

Auf den Aderlass reagiert der Vereinsvorstand mit einer Einladung zu einem runden Tisch am 11. September. Eingeladen sind die Gemeindeammänner der 16 im Verein verbleibenden Gemeinden, die Ressortvorsteherinnen und -vorsteher Soziales dieser Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchgemeinden.

Bekennen sich Gemeinden zur JFB?

Am 11. September soll ein Klärungsprozess eingeleitet werden. Angeschnitten werden grundsätzliche Fragen und Themen wie: Wollen die 16 im Trägerverein verbliebenen Gemeinden ihren Bewohnern weiterhin eine Jugend- und Familienberatungsstelle (JFB) mit breitem Angebot zur Verfügung stellen? Und falls ja, was für eine Rechtsform soll der Träger der JFB-Kompetenzstelle. der heutige Jugendfürsorgeverein, aufweisen?

Der Vereinsvorstand geht davon aus, dass die verbliebenen Gemeinden die Notwendigkeit der Stelle und die Mitfinanzierung bejahen, genauso das umfassende Angebot der JFB. Es reicht von Abklärungen fürs Familiengericht und vom Pflegekinderwesen über Vormundschaftsmassnahmen bei Kindern und Jugendlichen bis zu familienergänzenden Fragen und freiwilligen Beratungen für Bewohner der angeschlossen Gemeinden. Freiwillige Beratungen werden gewährt bei Erziehungsfrage, bei finanziellen Problemen, bei Trennungen oder Scheidungen.

Budgetkürzung , Raumvermietung

Am 15. Oktober wird eine ausserordentliche Vereinsversammlung stattfinden. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der Klärungsprozess in den Gemeinden abgeschlossen sein. Zur Debatte steht am 15. Oktober das Budget 2014 der JFB. Es wird Abstriche erfahren müssen, denn nach dem Austritt der sechs Gemeinden fehlen rund ein Sechstel der jährlichen Einnahmen.

«Wir werden nicht um einen sanften Stellenabbau herumkommen», sagt Vereinspräsidentin Jeannette Egli Schläpfer (Bremgarten). Genau 100 Stellenprozente bei der JFB will der Vereinsvorstand in einem ersten Schritt streichen. Auf der anderen Seite möchte man zusätzliche Einnahmen generieren. Einige Räume des grosszügigen neuen Domizils in der Sonnenhof-Überbauung in Zufikon sollen in Untermiete weitervermietet werden.

Auch Unterlunkhofen zu Consalis

Die Gemeinde Unterlunkhofen wird ebenfalls einen Vertrag mit dem privaten Dienstleistungsunternehmen Consalis Beratungen mit Sitz in Baden unterzeichnen. Für diese Anschlusslösung haben sich zuvor auch die fünf anderen Gemeinden entschieden, die den Jugendfürsorgeverein Bezirk Bremgarten Ende 2013 verlassen werden: Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli, Arni, Islisberg und Rudolfstetten, wobei Rudolfstetten einen Spezialvertrag unterschreiben wird, der die heutigen Eigenleistungen der Gemeindeverwaltung Rudolfstetten im Fürsorgewesen angemessen berücksichtigt.

Unterlunkhofens Gemeindeammann Roger Cébe ist «zuversichtlich, dass die Consalis-Leistungen unsere Erwartungen erfüllen werden». Cébe bedauert den Konflikt mit dem Vereinsvorstand, der letztlich zur Trennung führte, merkt aber auch an: « Es kann nicht sein, dass sich die Rolle der Trägergemeinden, die ja die JFB finanzieren, nur aufs Ja- und Amensagen zu beschränken hat.» Die Dienstleistungen der JFB seien qualitativ zufriedenstellend gewesen, wegen personeller Engpässe habe man aber Abstriche hinnehmen müssen.

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